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Vektor-EKG

Das Standard-EKG, wie es bis jetzt beschrieben wurde, beschreibt das zeitliche Verhalten der elektrischen Herzerregung. Das Vektor-EKG hingegen beschreibt den räumlichen Aspekt der Herzerregung.

Die elektrische Herzerregung kann man sich als einen dreidimensionalen Vektor vorstellen, der zu jedem Zeitpunkt eine genau definierte Richtung (die der Erregungsausbreitung) und eine genau definierte Länge (welche der Spannung entspricht) hat. Dieser Vektor kann mit Hilfe von drei Ableitungen konstruiert werden, da zur Beschreibung eines (räumlichen) dreidimensionalen Vektors drei linear unabhängige Vektoren benötigt werden (z.B. Länge, Höhe, Breite). Solche Vektoren nennt man Basisvektoren. Kombiniert man Vielfache dieser Vektoren, so kann man jede Position eines dreidimensionalen Raumes erreichen. Besonders einfach wird es, wenn man sich drei zueinander senkrechte Ableitungsrichtungen heraussucht, da dann diese Ableitungen ein normales kartesisches Koordinatensystem aufspannen: z.B. I, aVF (Frontalebene) und V2 (zeigt senkrecht aus der Frontalebene heraus). Zu jedem Zeitpunkt läßt sich somit aus den drei EKG-Ableitungen die Richtung und Stärke (bzw.: der Vektor) der elektrischen Erregungsausbreitung bestimmen. Zeichnet man nun für alle Zeitpunkte nur die Spitzen dieser Erregungsvektoren ein, dann entsteht eine Raumkurve, die Vektorschleife genannt wird.


  
Abbildung 3: Konstruktion der Vektorschleife aus den Ableitungen I und aVF. Besonders gekennzeichnet sind drei Zeitpunkte: Maximum R-Zacke, kurze Zeit nach dem Maximum der R-Zacke und Maximum von T. Für die R-Zacke und das Maximum der T-Welle sind jeweils beispielhaft die Vektoren der Herzerregung (in grau) eingezeichnet.
\begin{figure}
\centerline{\psfig{file=split.eps,width=0.75\textwidth}}\end{figure}

Um den Versuch mit der Vektorschleife etwas einfacher zu gestalten, werden nur die Extremitätenableitungen verwendet, nämlich Ableitung I als Projektion auf die X-Achse (positiver Ausschlag nach rechts) und aVF als Projektion auf die Y-Achse (positiver Ausschlag nach unten). Die Projektion auf die Z-Achse (V2) wird hier nicht gemessen. Das bedeutet, daß hier nur die Projektion des Vektors auf die Frontalebene bestimmt wird. Die Konstruktion der Vektorschleife in dieser Ebene illustriert Abbildung 3.


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