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Wenn es nicht funktioniert: Meßfehler bzw. Probleme bei der Messung des EKG


  
Abbildung 4: Probleme bei der EKG-Aufnahme
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\centerline{\psfig{file=fehler.eps,width=0.75\textwidth}}\end{figure}

Die häufigste Störung der EKG-Aufnahme ist das sogenannte ,,Netzbrummen``: Dem EKG ist eine kleine periodische Schwingung (50Hz) überlagert (siehe Abb. 4). Die Ursache ist meist ein schlechter Kontakt zwischen Elektrode und Haut. Es kann auch vorkommen, daß sich in der Umgebung viele elektrische Geräte befinden, welche die sehr empfindlichen Verstärker des EKG stören. In beiden Fällen ist die Verringerung des Widerstandes zwischen Haut und Elektrode die beste Methode, ein störungsfreies EKG zu erhalten. Um diesen Übergangswiderstand zu minimieren, kann man nun etwas üppiger Elektrodenpaste oder NaCl-Lösung verwenden, eine Zeit lang warten (die Haut weicht auf) und auch die Lage der Extremitätenelektroden etwas verändern.

Während die Lage der Elektroden bei den Brustwandableitungen genau festgelegt ist, ist das bei den Extremitätenableitungen nicht der Fall. Das EKG ändert sich nicht wesentlich, wenn man die Armelektroden z.B. auf die Schultern verlagert2. Bezüglich Störungen nimmt die Extremitätenelektrode ,,N`` eine zentrale Stellung ein. Sie ist an der eigentlichen Messung des EKG nicht beteiligt, sondern sorgt dafür, daß die EKG-Aufnahme störungsfreier wird. Der menschliche Körper verhält sich elektrisch zur Umgebung wie eine Antenne. Alle elektrischen Geräte senden elektrische Potentiale aus, welche dann der menschliche Körper empfängt. Diese Störungen wandern über die Elektroden und die Kabel auch in das EKG-Gerät und überlagern sich dem eigentlichen EKG. Die N-Elektrode ist einfach mit dem Erdboden verbunden, so daß diese Störungen dorthin abgeleitet werden. Um die eigentliche Aufzeichnung des EKG nicht zu beeinflussen, wird eine Position der Elektrode gewählt, die möglichst weit von allen anderen Elektroden entfernt ist.

Es gibt im EKG auch aperiodische Störungen (siehe wieder Abb. 4). Erscheinen diese nur in ein oder zwei Ableitungen, dann handelt es sich wahrscheinlich um Bewegungsartefakte. Liegt die Versuchsperson nicht entspannt oder bewegt sich, dann sind Skelettmuskeln aktiv und erzeugen elektrische Potentiale. Diese überlagern sich dem EKG. Das betrifft vor allem die Extremitätenableitungen (z.B. wenn die Versuchsperson sich mit den Fingern abstützt oder etwas festhält). Man muß also darauf achten, daß die Versuchsperson völlig entspannt liegt.

Man darf aber auf keinen Fall schließen, daß jede Störung ein Bewegungsartefakt ist, denn auch lokalisierte Störungen können aperiodisch bzw. nur in einzelnen Ableitungen auftreten. Solche lokalisierten Störungen (z.B. Infarkt, O2-Mangel) lassen durch die Ableitungen, in denen sie am deutlichsten zu sehen sind, Rückschlüsse auf den Ort ihrer Erregung zu (z.B. interiorer Hinterwandinfarkt zu erkennen in II, III und aVF). Extrasystolen lassen sich dagegen einfacher erkennen, da sie in (fast) allen Ableitungen gleichzeitig erscheinen und ein sehr charakteristisches Aussehen besitzen.


  
Abbildung 5: Komplettes EKG, aufgenommen im Praktikum (gemittelte EKG-Komplexe und Rhythmus-Streifen)
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\centerline{\psfig{file=ekg_ok.eps}}\end{figure}

Die Brustwandableitungen sind besonders kritisch bezüglich ihrer Position auf dem Brustkorb. Ob die Elektroden bei der Aufnahme auf den richtigen Stellen sitzen, kann man beim gesunden Probanden am Zuwachsen der R-Zacke und am gleichzeitigen Abnehmen der S-Zacke von V1 bis V6 kontrollieren (siehe Abb. 5). Schon an diesem Beispiel sieht man, daß es sich nur um ein grobes Kriterium handelt, da die S-Zacke in V2 am größten ist und die R-Zacke bereits in V5 ihr Maximum erreicht.


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