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Methodische Fehler der Blutdruckmessung

Bei richtiger Durchführung ist die Übereinstimmung zwischen der indirekten Methode der Blutdruckmessung und der direkten ,,blutigen`` Messung recht gut (Abweichungen im Bereich $\pm$5mmHg). Zahlreiche Fehlermöglichkeiten, deren Kenntnis zur Vermeidung wichtig sind, sind den indirekten Methoden jedoch immanent. Die Mehrzahl der Fehler führt zu einer zu hohen Bestimmung des Blutdruckes. Das ist besonders beim diastolischen Druck zu beachten, wo physiologischer und pathologischer Bereich enger zusammenliegen als beim systolischen Druck. Schon ein geringer Fehler kann diagnostisch relevant sein, denn ein vermeintlich erhöhter Druck könnte gegebenenfalls eine antihypertensive Therapie nach sich ziehen.

Allen mit Manschetten arbeitenden Verfahren ist gemein, daß sich der Manschettendruck nicht über die gesamte Manschettenbreite auf die Arterie überträgt, sondern diese keilförmig komprimiert. Dabei spielt die Dimensionierung der Manschette im Verhältnis zum Oberarmumfang eine wichtige Rolle. Durch eine zu schmale Manschette wird der Blutdruck - ebenso wie durch eine inkorrekt angelegte (zu lose) Manschette - zu hoch bestimmt. Ebenfalls zu hoch wird der Druck bestimmt, wenn der Meßpunkt (Manschette) deutlich unter Herzhöhe angebracht ist.

Eine weitere Fehlermöglichkeit liegt in der Ablaßgeschwindigkeit des Manschettendruckes. Wird die Geschwindigkeit von 2-3mmHg/s überschritten, so ist der abgelesene Manschettendruck in der Systole niedriger und in der Diastole höher als der intraarterielle Druck. Dieser Fehler vergrößert sich bei Bradykardie und verringert sich entsprechend bei Tachykardie. Außerdem spielt bei größeren Ablaßgeschwindigkeiten (>5mmHg/s) der Trägheitseffekt des Manometers eine Rolle, der mehr als 5mmHg ausmachen kann, wobei es beim systolischen Wert korrigierend, beim diastolischen Wert dagegen fehlerverstärkend wirkt.

Eine Einengung des Oberarms durch Kleidung führt ebenfalls zu fälschlich hohen Werten. Dasselbe gilt für die Messung nach längerer Stauung.


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