next up previous contents
Next: Vektorkardiographie Up: Elektrokardiographie und Kreislaufprüfung Previous: Was soll gemessen werden?

Auswertung

Die Auswertung umfaßt die Bestimmung der Parameter, die in der Regel bei der Beschreibung eines Routine-EKG angegeben werden:

1.
Bestimmung der Herzfrequenz als Zahl der Schläge/min: Der Wert errechnet sich aus dem Kehrwert des Abstandes zweier R-Zacken (in s umgerechnet), multipliziert mit 60. Bitte über ca. 5 Abstände mitteln (Rhythmus-Streifen verwenden). Bei Arrhythmien gibt man Minimal- und Maximalfrequenz an.

2.
Arrhythmie: Ist ein regelmäßiger Rhythmus vorhanden oder besteht eine Arrhythmie? Welches ist die häufigste (nicht pathologische) Arrythmieform? In welchem Versuchsabschnitt sollte man diese sehen? Treten Extrasystolen auf, wenn ja, mit welcher Häufigkeit und von welchem Teil des Herzens ausgehend?

3.
Bestimmung des Schrittmachers: Geht die Erregung vom Sinusknoten oder von anderen Teilen des Erregungsleitungssystems aus? Woran läßt sich das erkennen? Warum nicht an der Herzfrequenz?


  
Abbildung 7: Zeichnerische Bestimmung der elektrischen Herzachse
\begin{figure}
\centerline{\psfig{file=einth.eps,width=0.5\textwidth}}\end{figure}

4.
Lagetypen des Herzens: Die Konstruktion der elektrischen Herzachse erfolgt geometrisch aus den Einthoven-Ableitungen (siehe Abb. 7). Dort bestimmt man nun für jede der drei Ableitungen die Amplitude der R-Zacke (genauer wäre das Integral des QRS-Komplexes), welche man in das Einthoven-Dreieck als Vektor einträgt. Die Senkrechten -- ausgehend von den Vektorspitzen der drei Amplituden -- schneiden sich in einem Punkt, welcher die Spitze des Vektors der elektrischen Herzachse darstellt4. Auch hier bestimmt das Programm automatisch den Winkel $\alpha$ der elektrischen Herzachse. Vergleichen Sie Ihr Ergebnis mit dem des Computers.

Welcher Lagetyp liegt vor?

5.
Beurteilung der Erregungsausbreitung und -rückbildung
(a)
Welche Zeitdauer und Amplitude hat P in Ableitung II?
(b)
In welchen Ableitungen ist P negativ bzw. biphasisch (zweigipflig, positiv oder negativ)?
(c)
Wie breit ist der Kammer-Komplex (QRS) in Ableitung II?
(d)
Ist die Überleitungszeit (Definition!) normal?
(e)
Wie verändern sich (qualitativ) R und S in den Ableitungen V1bis V6?
(f)
Bestimmen Sie den Zeitbedarf vom Beginn des QRS-Komplexes bis zur Spitze der R-Zacke in V1 und V6.
Grenzwerte:
i.
V1 < 0,03 s
ii.
V6 < 0,052 s
iii.
Differenz V6-V1 < 0,03 s
(g)
Beurteilen Sie die Erregungsrückbildung. Werden die Kammern voll erregt (ST-Strecke!)? Zeigt der Vektor der Erregungsrückbildung in die gleiche Richtung wie der der Erregungsbildung (Konkordanz)?

6.
Kreislaufprüfung: Bestimmen Sie die Pulsfrequenzen aus den EKG-Aufzeichnungen. Tragen Sie die Blutdruckwerte und die Pulsfrequenzen über die Zeit (min) auf und markieren Sie die Körperlage. Diskutieren Sie die Blutdruckwerte und Pulsfrequenzen in Abhängigkeit von der Körperlage und der Zeit.


next up previous contents
Next: Vektorkardiographie Up: Elektrokardiographie und Kreislaufprüfung Previous: Was soll gemessen werden?
Zurück zur Homepage des Herz/Kreislauf-Praktikums