Herz und Kreislauf
http://www.neurop.ruhr-uni-bochum.de/Praktikum
In diesem Praktikum wird die Messung und Interpretation des
Elektrokardiogramms (EKG/ECG1) durchgeführt. Neben dieser
elektrischen Größe werden auch die mechanischen Kreislaufgrößen
Blutdruck und Carotispuls gemessen.
Für die Durchführung des Praktikums ist die Kenntnis der
physiologischen Grundlagen unerläßlich. Es wird daher die sorgfältige
Erarbeitung der Kapitel ,,Herz`` und ,,Kreislauf`` der einschlägigen
Lehrbücher auf der Grundlage der Hauptvorlesung vorausgesetzt!
Meßtechnisch gesehen kann man das EKG mit Hilfe zweier
unterschiedlicher Ableitungen (=Verschaltungen) messen. Zum
einen kann es bipolar gemessen werden. Der Ausschlag der
EKG-Spur entspricht hier der Spannung (Potentialdifferenz) zwischen
zwei (realen) Elektroden. Zum anderen kann es unipolar
gemessen werden. Hier wird das Potential einer Elektrode gegenüber
einem gedachten Punkt gemessen, dem selbst keine Elektrode
entspricht. Diese gedachte Elektrode wird durch die Verschaltung von
mindestens zwei (realen) Elektroden realisiert. Normalerweise werden
diese Elektroden einfach über große Widerstände miteinander verbunden.
Jede Ableitung mißt aber immer nur eine Projektion (,,Schattenwurf``)
der elektrischen Spannung am Herzen. Man wünscht sich deswegen
möglichst viele Projektionen, um sich daraus ein möglichst
vollständiges Bild der Herzerregung machen zu können. Die beiden
unterschiedlichen Meßprinzipien (bipolar, unipolar) verdoppeln nun die
Anzahl der möglichen Ableitungen.
Abbildung:
Extremitätenableitungen
nach Einthoven (drei bipolare Ableitungen,
I, II, III) und Goldberger
(drei unipolare Ableitungen, aVR, aVL und aVF)
 |
Die Standardableitungen I, II und III nach Einthoven
sind bipolare Ableitungen (siehe Abb. 1), welche
zwischen dem rechten und linken Arm und dem linken Bein abgeleitet
werden. Bei den unipolaren Ableitungen nach Goldberger aVR, aVL und
aVF werden jeweils zwei Extremitätenelektroden zusammengeschaltet, so
daß die gedachte Elektrode zwischen diesen beiden realen Elektroden
entsteht. Es werden also die Potentialunterschiede zwischen dieser
gedachten Elektrode und der dritten beteiligten Extremität gemessen.
Obwohl es sich bei Einthoven und Goldberger um die gleichen
Elektroden handelt, kann man durch zwei unterschiedliche Verschaltungen
die Anzahl der Ableitungen verdoppeln. Das EKG-Gerät ,,verrechnet`` also
die Spannungen der Extremitäten auf zwei unterschiedliche Arten und gewinnt
dadurch mehr Projektionsrichtungen.
Tabelle 1:
Lagetypen nach Winkelbereichen
| Lagetyp |
von/ |
bis/ |
| überdrehter Linkstyp |
|
<-30 |
| Linkstyp |
-30 |
+30 |
| Normtyp |
+30 |
+60 |
| Steiltyp |
+60 |
+90 |
| Rechtstyp |
+90 |
+120 |
| überdrehter Rechtstyp |
>+120 |
|
Die Richtung des größten Integralvektors (des Summenvektors aller
Vektoren zu einem Zeitpunkt), projiziert auf die Frontalebene, wird als
elektrische Herzachse bezeichnet. Sie stimmt bei normaler
Erregungsausbreitung weitgehend mit der anatomischen Längsachse des
Herzens überein. Daher lassen sich aus den Extremitätenableitungen
(z.B. nach Einthoven) auch Rückschlüsse auf die Herzlage ziehen. Die
Lagetypen (siehe Tab. 1) werden nach dem Winkel
bezeichnet, den die elektrische Herzachse mit der Horizontalen
einschließt. Grob kann man sagen, daß mit zunehmendem Alter der Winkel
der Herzachse immer geringer wird, das Herz also immer horizontaler
liegt. Bei jungen Menschen herrscht also der Steiltyp vor und bei
älteren eher der Normtyp.
Abbildung 2:
Lage der Brustwandableitungen nach Wilson und
deren Verschaltung
 |
Die unipolaren Brustwandableitungen V1 bis V6 nach Wilson geben
Auskunft über die Projektion des elektrischen
Erregungsvektors des Herzens auf eine (gedachte) horizontale Ebene
durch den Thorax. Durch Zusammenschalten der drei
Extremitätenkabel wird eine gedachte indifferente Bezugselektrode
erzeugt, gegen die 6 definierte Orte auf der Brustwand in Herzhöhe
abgeleitet werden (Abb. 2). Bipolare Brustwandableitungen
(z.B. nach Nehb) werden eher selten verwendet.
Das Standard-EKG, wie es bis jetzt beschrieben wurde, beschreibt
das zeitliche Verhalten der elektrischen Herzerregung.
Das Vektor-EKG hingegen beschreibt den räumlichen
Aspekt der Herzerregung.
Die elektrische Herzerregung kann man sich als einen dreidimensionalen
Vektor vorstellen, der zu jedem Zeitpunkt eine genau definierte
Richtung (die der Erregungsausbreitung) und eine genau
definierte Länge (welche der Spannung entspricht) hat.
Dieser Vektor kann mit Hilfe von drei Ableitungen konstruiert werden,
da zur Beschreibung eines (räumlichen) dreidimensionalen Vektors drei
linear unabhängige Vektoren benötigt werden (z.B. Länge, Höhe,
Breite). Solche Vektoren nennt man Basisvektoren. Kombiniert man
Vielfache dieser Vektoren, so kann man jede Position eines
dreidimensionalen Raumes erreichen. Besonders einfach wird es, wenn
man sich drei zueinander senkrechte Ableitungsrichtungen heraussucht,
da dann diese Ableitungen ein normales kartesisches Koordinatensystem
aufspannen: z.B. I, aVF (Frontalebene) und V2 (zeigt senkrecht aus
der Frontalebene heraus). Zu jedem Zeitpunkt läßt sich somit aus den
drei EKG-Ableitungen die Richtung und Stärke (bzw.: der Vektor) der
elektrischen Erregungsausbreitung bestimmen. Zeichnet man nun für
alle Zeitpunkte nur die Spitzen dieser Erregungsvektoren
ein, dann entsteht eine Raumkurve, die Vektorschleife genannt wird.
Abbildung 3:
Konstruktion
der Vektorschleife aus den Ableitungen I und aVF. Besonders
gekennzeichnet sind drei Zeitpunkte:
Maximum R-Zacke, kurze Zeit nach dem Maximum der R-Zacke und Maximum
von T. Für die R-Zacke und das Maximum der T-Welle sind jeweils
beispielhaft die Vektoren der Herzerregung (in grau) eingezeichnet.
 |
Um den Versuch mit der Vektorschleife etwas einfacher zu gestalten,
werden nur die
Extremitätenableitungen verwendet, nämlich Ableitung I als
Projektion auf die X-Achse (positiver Ausschlag nach rechts) und aVF
als Projektion auf die Y-Achse (positiver Ausschlag nach unten). Die
Projektion auf die Z-Achse (V2) wird hier nicht gemessen. Das
bedeutet, daß hier nur die Projektion des Vektors auf die Frontalebene
bestimmt wird. Die Konstruktion der Vektorschleife in dieser Ebene
illustriert Abbildung 3.
Das EKG spielt eine herausragende Rolle in der Diagnostik, um
Veränderungen der Herzerregungsbildung und -ausbreitung
aufzudecken. Grundsätzlich können aus den Routineableitungen
folgende Informationen gewonnen werden:
- Differenzierung zwischen normaler Frequenz, Tachykardie und Bradykardie.
- Entscheidung, ob Erregungen im Sinusknoten entstehen, in den
Vorhöfen, im AV-Knoten oder im rechten bzw. linken Ventrikel.
- Differenzierung nach Grad und Lokalisation von
Erregungsleitungsstörungen.
- Veränderungen des Erregungsablaufs als Ausdruck kardialer
Gewebeschädigung.
Ob ein EKG als krankhaft zu bewerten ist oder nicht, ergibt sich
häufig nur aus dem gesamten klinischen Bild. Das EKG allein erlaubt
keine zwingenden Rückschlüsse auf die Ursache der beobachteten
Abweichungen.
Wenn es nicht funktioniert:
Meßfehler bzw. Probleme bei der Messung des EKG
Abbildung 4:
Probleme bei der EKG-Aufnahme
 |
Die häufigste Störung der EKG-Aufnahme ist das sogenannte
,,Netzbrummen``: Dem EKG ist eine kleine periodische Schwingung (50Hz)
überlagert (siehe Abb. 4). Die Ursache ist meist ein
schlechter Kontakt zwischen Elektrode und Haut. Es kann auch
vorkommen, daß sich in der Umgebung viele elektrische Geräte befinden,
welche die sehr empfindlichen Verstärker des EKG stören. In beiden
Fällen ist die Verringerung des Widerstandes zwischen Haut und
Elektrode die beste Methode, ein störungsfreies EKG zu erhalten. Um
diesen Übergangswiderstand zu minimieren, kann man nun etwas üppiger
Elektrodenpaste oder NaCl-Lösung verwenden, eine Zeit lang warten (die
Haut weicht auf) und auch die Lage der Extremitätenelektroden etwas
verändern.
Während die Lage der Elektroden bei den Brustwandableitungen genau
festgelegt ist, ist das bei den Extremitätenableitungen nicht der
Fall. Das EKG ändert sich nicht wesentlich, wenn man die Armelektroden
z.B. auf die Schultern verlagert2. Bezüglich Störungen nimmt die Extremitätenelektrode
,,N`` eine zentrale Stellung ein. Sie ist an der eigentlichen Messung
des EKG nicht beteiligt, sondern sorgt dafür, daß die EKG-Aufnahme
störungsfreier wird. Der menschliche Körper verhält sich elektrisch
zur Umgebung wie eine Antenne. Alle elektrischen Geräte senden
elektrische Potentiale aus, welche dann der menschliche Körper
empfängt. Diese Störungen wandern über die Elektroden und die Kabel
auch in das EKG-Gerät und überlagern sich dem eigentlichen EKG. Die
N-Elektrode ist einfach mit dem Erdboden verbunden, so daß diese
Störungen dorthin abgeleitet werden. Um die eigentliche Aufzeichnung
des EKG nicht zu beeinflussen, wird eine Position der Elektrode
gewählt, die möglichst weit von allen anderen Elektroden entfernt ist.
Es gibt im EKG auch aperiodische Störungen (siehe wieder
Abb. 4). Erscheinen diese nur in ein oder zwei Ableitungen,
dann handelt es sich wahrscheinlich um
Bewegungsartefakte. Liegt die Versuchsperson nicht entspannt
oder bewegt sich, dann sind Skelettmuskeln aktiv und erzeugen
elektrische Potentiale. Diese überlagern sich dem EKG. Das
betrifft vor allem die Extremitätenableitungen (z.B. wenn die
Versuchsperson sich mit den Fingern abstützt oder etwas festhält). Man
muß also darauf achten, daß die Versuchsperson völlig entspannt
liegt.
Man darf aber auf keinen Fall schließen, daß jede Störung ein
Bewegungsartefakt ist, denn auch lokalisierte Störungen können
aperiodisch bzw. nur in einzelnen Ableitungen auftreten. Solche
lokalisierten Störungen (z.B. Infarkt, O2-Mangel) lassen durch die
Ableitungen, in denen sie am
deutlichsten zu sehen sind, Rückschlüsse auf den Ort
ihrer Erregung zu (z.B. interiorer Hinterwandinfarkt zu erkennen in
II, III und aVF). Extrasystolen lassen sich dagegen einfacher
erkennen, da sie in (fast) allen Ableitungen gleichzeitig erscheinen
und ein sehr charakteristisches Aussehen besitzen.
Abbildung 5:
Komplettes EKG, aufgenommen im Praktikum
(gemittelte EKG-Komplexe und Rhythmus-Streifen)
 |
Die Brustwandableitungen sind besonders kritisch bezüglich
ihrer Position auf dem Brustkorb. Ob die Elektroden bei der Aufnahme
auf den richtigen Stellen sitzen, kann man beim gesunden Probanden am
Zuwachsen der R-Zacke und am gleichzeitigen Abnehmen der
S-Zacke von V1 bis V6 kontrollieren (siehe
Abb. 5). Schon
an diesem Beispiel sieht man, daß es sich nur um ein grobes
Kriterium handelt, da die S-Zacke in V2 am größten ist und die
R-Zacke bereits in V5 ihr Maximum erreicht.
Routinemethode für die Basisdiagnostik in Klinik und Praxis ist
die Methode der indirekten Blutdruckmessung nach Riva-Rocci.
Technik der indirekten Blutdruckmessung nach
Riva-Rocci
Zur Messung wird eine Manschette um den Oberarm des Probanden gelegt
und dann rasch auf einen voraussichtlich über dem systolischen Druck
liegenden Wert aufgepumpt, wodurch die A. brachialis vollständig
komprimiert wird. Der Manschettendruck wird nun langsam
(2-3mmHg/s) abgelassen. Wird der systolische Druck
unterschritten, läßt sich bei jedem Puls ein kurzes, scharfes Geräusch
auskultieren, welches durch die Turbulenzen des stoßweise durch die
komprimierte Stelle durchtretenden Blutes verursacht wird. Man
verwendet dazu die Glockenseite des Stethoskops und nicht die
Membranseite.
Läßt man den Manschettendruck weiter absinken, verstärkt sich das
Geräusch zunächst und bleibt dann konstant laut. Es kann in
Ausnahmefällen auch vorübergehend völlig verschwinden
(Auskultatorische Lücke), um dann erneut zuzunehmen. Wird das Geräusch
bei weiter sinkendem Manschettendruck plötzlich dumpfer und schnell
leise, ist der diastolische Druckwert erreicht. Genau
genommen liegt der diastolische Wert wahrscheinlich schon beim
Übergang zu den gedämpften Geräuschen und nicht erst beim völligen
Verschwinden der Korotkow-Geräusche vor. Diese Differenz beträgt aber
nur wenige mmHg.
Bei richtiger Durchführung ist die Übereinstimmung zwischen der
indirekten Methode der Blutdruckmessung und der direkten ,,blutigen``
Messung recht gut (Abweichungen im Bereich
5mmHg). Zahlreiche
Fehlermöglichkeiten, deren Kenntnis zur Vermeidung wichtig sind, sind
den indirekten Methoden jedoch immanent. Die Mehrzahl der Fehler führt
zu einer zu hohen Bestimmung des Blutdruckes. Das ist besonders beim
diastolischen Druck zu beachten, wo physiologischer und pathologischer
Bereich enger zusammenliegen als beim systolischen Druck. Schon
ein geringer Fehler kann diagnostisch relevant sein, denn ein
vermeintlich erhöhter Druck könnte gegebenenfalls eine
antihypertensive Therapie nach sich ziehen.
Allen mit Manschetten arbeitenden Verfahren ist gemein, daß sich der
Manschettendruck nicht über die gesamte Manschettenbreite auf die
Arterie überträgt, sondern diese keilförmig komprimiert. Dabei spielt
die Dimensionierung der Manschette im Verhältnis zum Oberarmumfang
eine wichtige Rolle. Durch eine zu schmale Manschette wird der
Blutdruck - ebenso wie durch eine inkorrekt angelegte (zu lose)
Manschette - zu hoch bestimmt. Ebenfalls zu hoch wird der Druck
bestimmt, wenn der Meßpunkt (Manschette) deutlich unter Herzhöhe
angebracht ist.
Eine weitere Fehlermöglichkeit liegt in der Ablaßgeschwindigkeit des
Manschettendruckes. Wird die Geschwindigkeit von 2-3mmHg/s
überschritten, so ist der abgelesene Manschettendruck in der Systole
niedriger und in der Diastole höher als der intraarterielle
Druck. Dieser Fehler vergrößert sich bei Bradykardie und verringert
sich entsprechend bei Tachykardie. Außerdem spielt bei größeren
Ablaßgeschwindigkeiten (>5mmHg/s) der Trägheitseffekt des
Manometers eine Rolle, der mehr als 5mmHg ausmachen kann,
wobei es beim systolischen Wert korrigierend, beim diastolischen Wert
dagegen fehlerverstärkend wirkt.
Eine Einengung des Oberarms durch Kleidung führt ebenfalls zu
fälschlich hohen Werten. Dasselbe gilt für die Messung nach
längerer Stauung.
Höhe und zeitlicher Verlauf des Blutdrucks in Ruhe
und unter verschiedenen Belastungen lassen Aussagen über den
Funktionszustand und die Anpassungsfähigkeit des Kreislaufsystems zu.
Zur Erfassung von Störungen der Kreislaufregulation kann man die
Kreislaufprüfung nach Schellong verwenden, mit der das
Kreislaufverhalten im Vergleich zwischen Liegen und Stehen geprüft
wird. Normalerweise kommt es beim Übergang vom Liegen zum Stehen zu
einer leichten Abnahme des systolischen Druckes und der
Blutdruckamplitude. Da der Druck in den kopfwärtigen Gefäßen und im
Sinus caroticus sinkt, kommt es reflektorisch zu einer Erhöhung der
Herzfrequenz sowie zu Vasokonstriktion, die sich in einem leichten
Anstieg des diastolischen Druckes äußert.
Unter pathologischen Bedingungen kann es im Stehversuch zu einer
starken Abnahme des systolischen und diastolischen Blutdrucks,
gekoppelt mit einer starken Zunahme der Herzfrequenz kommen (Orthostatischer
Kollaps), was zur Bewußtlosigkeit führen kann.
Im Rahmen des Vektor-EKG-Versuchs wird mit einem Stethoskop, welches
an einen Druckmesser angeschlossen ist, auch der Carotispuls gemessen,
welcher als Druckkurve gleichzeitig mit dem EKG dargestellt wird. Mit
Hilfe dieser Messung wird eine Verbindung zwischen der Herzmechanik
und der elektrischen Erregung hergestellt. Die Nähe der Carotis zum
Herzen ermöglicht die Messung einer Druckkurve, die der der Aorta sehr
ähnlich ist.
Es gibt zwei unterschiedliche Arbeitsplätze. Beim ersten wird an einem
Computer-EKG-Gerät ein Standard-EKG aufgenommen, so wie
es in der Praxis täglich durchgeführt wird. Beim zweiten wird an einem
experimentellen Meßplatz das Vektor-EKG aufgenommen. Diese
Form der Darstellung ist zwar in der Klinik nicht sehr weit
verbreitet, liefert aber ein tieferes Verständnis für das EKG. Die
Blutdruckmessungen und die Messung des Carotispulses stellen dann die
Verbindung zur Herzmechanik und zum Kreislauf her.
Elektrokardiographie und Kreislaufprüfung
Abbildung 6:
Vergleich der Brustwandelektroden
zwischen Frau und Mann (li.: Mit freundlicher Genehmigung
des EKG-Praktikums der
integrierten vorklinischen Ausbildung der Universität Ulm)

|
Tabelle:
EKG-Anschlußschema
| Bezeichnung |
Stecker: Farbe/Beschr. |
Elektrodenposition |
| R |
rot |
|
rechter Arm |
| L |
gelb |
Ampel- |
linker Arm |
| F |
grün |
regel |
linkes Bein |
| N |
schwarz |
|
rechtes Bein |
| |
|
|
|
| V1 |
weiß-rot |
Ca |
4. Interkostalraum (ICR) parasternal rechts |
| V2 |
weiß-gelb |
Cb |
4. Interkostalraum (ICR) parasternal links |
| V3 |
weiß-grün |
Cc |
auf der Verbindungslinie zwischen V2 und V4 (5.Rippe) |
| V4 |
weiß-braun |
Cd |
5. Interkostalraum in der linken Medioklavikularlinie |
| V5 |
weiß-schwarz |
Ce |
in Höhe von V4 in der vorderen Axillarlinie |
| V6 |
weiß-violett |
Cf |
in Höhe von V4 in der mittleren Axillarlinie |
Die Versuchsperson muß den Oberkörper freimachen und auf der
Untersuchungsliege in Rückenlage eine möglichst bequeme und entspannte
Haltung einnehmen.
Das Patientenkabel ist das Kabel, welches die Verbindung
zwischen Patientin/Patient und EKG-Gerät herstellt. Dieses
Kabel wird mit einem Clip an der Hose befestigt, so daß es beim
Schellong-Test (beim Stehen) nicht herunterfallen kann.
An den Extremitäten werden Plattenelektroden mit Hilfe von
Gummibandagen befestigt. Zwischen Haut und Elektrode wird mit
physiologischer NaCl-Lösung getränktes Elektrodenpapier gelegt, um den
Kontakt Haut-Elektrode zu verbessern3.
Anschließend werden die Elektroden für die
Brustwandableitungen an der Kontaktfläche dünn mit einer
Elektrolytpaste bestrichen und an den Orten der Brustwand angebracht,
die mit V1-V6 bezeichnet werden (siehe Tab. 2).
Die Position von V3 wird nicht durch das
Ertasten der Rippe bestimmt, sondern sie wird einfach genau zwischen
V2 und V4 gesetzt. Aus diesem Grunde sollte man die Elektroden
in folgender Reihenfolge anbringen:
V1, V2, V4, V3, V5,
V6. Die Lage der Brustwandelektroden ist - im Gegensatz zu den
Extremitätenableitungen - besonders kritisch, da sie sehr nah am Herzen
liegen.
Bei Frauen liegen die Brustwandableitungen V2-V5 auf der
Mamma (siehe Abb. 6). Falls man die Elektroden
darunter setzt, sitzen sie mindestens einen Rippenzwischenraum zu
tief.
Bei stark behaarten männlichen Versuchspersonen verwendet
man Elektroden, die durch einen breiten Gurt auf die Brust gedrückt
werden. Nach einer ,,Anprobe`` des Gürtels empfiehlt es sich,
das Elektrodengel üppig zu verwenden, da die Elektroden
sehr locker aufliegen und deswegen der Kontakt nicht sehr gut ist.
Für den Schellong-Test wird zusätzlich die
Blutdruckmanschette der Versuchsperson um den rechten Oberarm
gelegt.
Tabelle:
Die konkreten Schritte bei der Bedienung des
Computer-EKG-Gerätes
- 1.
- Patienten Daten aufrufen
- 2.
- Neuer Patient
- 3.
- mindestens Vorname, Nachname und Geschlecht eingeben, mit
OK bestätigen
- 4.
- Zum Hauptmenü zurück (<Esc> drücken)
- 5.
- Aufnahme auswählen.
- 6.
- Den Namen der Versuchsperson bestätigen (evtl. auswählen).
- 7.
- Den EKG-Recoder einschalten. Das EKG wird nun auf dem Bildschirm gezeigt.
- 8.
- Wenn es fehlerfrei ist:
ENTER drücken (falls nicht: siehe 2.1.6).
- 9.
- WARTEN bis die Meldung erscheint, daß man den Recorder
ausschalten soll.
- 10.
- Drucken auswählen
- 11.
- Drucke ein Format auswählen
- 12.
- Formate gemäß Tab. 4 ausdrucken.
- 13.
- Zum Hauptmenü zurück (<Esc> drücken)
- 14.
- Zurück zu Punkt 5.
|
Es stehen Ihnen drei Computer-EKG-Geräte zur Verfügung. Diese haben
gegenüber ,,klassischen`` mechanischen Geräten diverse Vorteile: Die
EKG-Aufnahmen werden auf der Festplatte des Rechners archiviert,
können dann angesehen, analysiert und ausgedruckt werden. Das Programm
bestimmt automatisch die Herzfrequenz, die Winkel der elektrischen
Achsen von P, QRS und T, sowie die entsprechenden Zeiten. Aus allen
Herzaktionen wird durch Mittelwertbildung eine besonders störungsfreie
EKG-Kurve errechnet (,,gemittelte Komplexe``). Die EKG-Aufnahmen des
Praktikumstages können auch auf Diskette mit nach Hause genommen
werden (siehe Anhang B).
Die konkrete Bedienung der hier verwendeten Software zeigt
Tabelle 3. Bitte verwenden Sie möglichst die Tastatur, um die
unterschiedlichen Funktionen aufzurufen. Das ist sicherer als mit der
Maus. Mit der Taste ,,Esc`` kann man generell Funktionen abbrechen
(z.B. eine laufende Aufnahme) oder ein Untermenü verlassen.
Tabelle 4:
Der konkrete Ablauf des EKG-Versuches
| t/min |
Versuchsbedingung |
Messungen |
Computer-Ausdruck |
| -- |
liegend, normale |
1x EKG |
1. 2x6 (1 Seite) |
| |
Atmung |
|
2. gemittelte Kompl. |
| -- |
- tief einatmen |
während- |
3. Rhythmus-Streifen |
| |
- Luft anhalten |
dessen: |
|
| |
- tief ausatmen |
1x EKG |
|
| nur die Brustwandelektroden abnehmen |
| 0 |
liegend |
1x EKG/Blutdr |
4. Rhythmus-Streifen |
| ca |
aufstehen |
|
|
| 0'30'' |
|
|
|
| 1 |
direkt nach |
1x EKG |
5. Rhythmus-Streifen |
| |
dem Aufstehen |
1x Blutdruck |
|
| 2,3,4 |
3 min stehend |
jede Minute |
|
| |
|
1x Blutdruck |
|
| 5 |
stehend |
1x EKG |
6. Rhythmus-Streifen |
| |
|
1x Blutdruck |
|
| 6 |
liegend |
1x EKG |
7. Rhythmus-Streifen |
| |
|
1x Blutdruck |
|
Die genauen Versuchsschritte zeigt Tabelle 4.
Wichtig ist, daß beim Schellong-Test
sofort nach dem Aufstehen der Blutdruck das erste Mal gemessen wird
und daß die Versuchsperson danach absolut still stehen bleibt. Jede
Bewegung sorgt dafür, daß das Blut wieder aus den Beinen nach oben
transportiert wird (Muskelpumpe).
Reinigen Sie bitte den Arbeitsplatz nach Beendigung der Messung,
insbesondere (unter laufendem Wasser) die Saugelektroden!
Die Auswertung umfaßt die Bestimmung der Parameter, die in der Regel
bei der Beschreibung eines Routine-EKG angegeben werden:
- 1.
- Bestimmung der Herzfrequenz als Zahl der Schläge/min:
Der Wert errechnet sich aus dem Kehrwert des Abstandes zweier R-Zacken
(in s umgerechnet), multipliziert mit 60. Bitte über ca. 5
Abstände mitteln (Rhythmus-Streifen verwenden). Bei Arrhythmien
gibt man Minimal- und Maximalfrequenz an.
- 2.
- Arrhythmie:
Ist ein regelmäßiger Rhythmus vorhanden oder besteht eine Arrhythmie?
Welches ist die häufigste (nicht pathologische) Arrythmieform? In
welchem Versuchsabschnitt sollte man diese sehen? Treten
Extrasystolen auf, wenn ja, mit welcher Häufigkeit und von welchem
Teil des Herzens ausgehend?
- 3.
- Bestimmung des Schrittmachers:
Geht die Erregung vom Sinusknoten oder von anderen Teilen des
Erregungsleitungssystems aus?
Woran läßt sich das erkennen?
Warum nicht an der Herzfrequenz?
Abbildung 7:
Zeichnerische Bestimmung der
elektrischen Herzachse
 |
- 4.
- Lagetypen des Herzens:
Die Konstruktion der elektrischen Herzachse erfolgt geometrisch aus
den Einthoven-Ableitungen (siehe Abb. 7). Dort
bestimmt man nun für jede der drei Ableitungen die Amplitude der
R-Zacke (genauer wäre das Integral des QRS-Komplexes),
welche man in das Einthoven-Dreieck als Vektor einträgt. Die
Senkrechten -- ausgehend von den Vektorspitzen der drei Amplituden
-- schneiden sich in einem Punkt, welcher die Spitze des Vektors der
elektrischen Herzachse darstellt4. Auch hier bestimmt das Programm automatisch den
Winkel
der elektrischen Herzachse. Vergleichen Sie Ihr Ergebnis mit
dem des Computers.
Welcher Lagetyp liegt vor?
- 5.
- Beurteilung der Erregungsausbreitung und -rückbildung
- (a)
- Welche Zeitdauer und Amplitude hat P in Ableitung II?
- (b)
- In welchen Ableitungen ist P negativ bzw. biphasisch
(zweigipflig, positiv oder negativ)?
- (c)
- Wie breit ist der Kammer-Komplex (QRS) in Ableitung II?
- (d)
- Ist die Überleitungszeit (Definition!) normal?
- (e)
- Wie verändern sich (qualitativ) R und S in den Ableitungen V1bis V6?
- (f)
- Bestimmen Sie den Zeitbedarf vom Beginn des QRS-Komplexes bis
zur Spitze der R-Zacke in V1 und V6.
Grenzwerte:
- i.
-
V1 < 0,03 s
- ii.
-
V6 < 0,052 s
- iii.
- Differenz
V6-V1 < 0,03 s
- (g)
- Beurteilen Sie die Erregungsrückbildung.
Werden die Kammern voll erregt (ST-Strecke!)?
Zeigt der Vektor der Erregungsrückbildung in die
gleiche Richtung wie der der Erregungsbildung
(Konkordanz)?
- 6.
- Kreislaufprüfung:
Bestimmen Sie die Pulsfrequenzen aus den EKG-Aufzeichnungen. Tragen
Sie die Blutdruckwerte und die Pulsfrequenzen über die Zeit (min) auf und
markieren Sie die Körperlage. Diskutieren Sie die Blutdruckwerte und
Pulsfrequenzen in Abhängigkeit von der Körperlage und der Zeit.
Vektorkardiographie
Da hier nur die Ableitungen I und aVF verwendet werden, reicht es aus,
nur die Extremitätenelektroden (Plattenelektroden mit
salzwasserhaltigen Tupfern) anzulegen (Anschlußschema siehe
Abb, 2). Das EKG-Gerät ist mit einem Computer
verbunden und dient nur als Verstärker der schwachen EKG-Signale. Der
Programmschalter am EKG-Gerät muß auf I II III
stehen5. Die
Empfindlichkeit des EKG-Gerätes spielt keine Rolle.
Etwas mehr Zeit als beim normalen EKG sollte man sich beim Anlegen der
Elektroden nehmen. Der Computer stellt die Ableitungen wesentlich
größer und präziser dar, als ein normales EKG-Gerät, so daß ein
schlechter Kontakt mit der Haut sich hier stärker bemerkbar
macht. Auch sollte man gerade in diesem Versuchsteil auf eine sehr
bequeme Liegeposition der Versuchsperson achten, da
Muskelaktionspotentiale natürlich auch überdeutlich dargestellt
werden. Bezüglich des Netzbrummens sollte man mit der
Elektrodenposition etwas experimentieren, damit die Vektorschleife
möglichst störungsfrei ausgedruckt werden kann (siehe auch
2.1.6). An dieser Stelle sei noch die Taste FILTER erwähnt,
die alle EKG-Geräte besitzen. Drückt man diese Taste, so wird das
Netzbrummen unterdrückt - leider auf Kosten der originalgetreuen
Wiedergabe des EKG.
Tabelle 5:
Bedienung des Vektor-EKG-Programmes
- 1.
- Eine möglichst große Darstellung der Vektorschleife erreichen, indem
man die Empfindlichkeit
im Programm möglichst groß einstellt.
- 2.
- Falls mehrere Herzaktionen zu
sehen sind, kann man die Aufnahmegeschwindigkeit variieren, um die zusätzlichen Herzaktionen auszublenden.
- 3.
- Die Lage der Vektorschleife verändern, so
daß die ganze Vektorschleife zu sehen ist und nicht über die Ränder
hinausgeht.
- 4.
- Die Aufnahme ,,einfrieren``, so daß man
genau eine ganze Herzaktion als stehendes Bild sehen kann.
Folgende Funktionen stehen speziell in diesem Modus bereit:
- (a)
- Vektorschleife ausdrucken oder EKG- und
Druck ausdrucken. Falls der Drucker nicht bereit ist, erhält
man eine Fehlermeldung und man kann entweder abbrechen oder fortsetzen.
- (b)
- Zeiten ausmessen und korrespondierende Punkte
finden
- (c)
- Das EKG verwerfen, um
wieder kontinuierlich zu registrieren.
|
Abbildung 8:
Bildschirminhalt des Programms zur Aufnahme und
Auswertung der Vektorschleife.
 |
Das Programm stellt kontinuierlich und in Echtzeit sowohl das EKG als
auch die Vektorschleife dar. Um diese Darstellung zu optimieren, kann
man sowohl die Größe als auch die Position der Vektorschleife
verändern. Die Aufnahme kann zu jedem Zeitpunkt ,,eingefroren``
werden. Diese Momentaufnahme des EKGs und der Vektorschleife kann dann
auf dem Bildschirm ausgemessen und ausdruckt werden. Die
Druckschwankungen der Carotis können ergänzend zum EKG dargestellt und
ausgedruckt werden. Die konkrete Bedienung zeigt
Tabelle 5. Alle Tastenfunktionen werden auch auf dem
Bildschirm erklärt.
Nacheinander sollen folgende Punkte abgearbeitet werden:
- 1.
- Vektorschleife beim Ein-/Ausatmen:
- (a)
- Tief einatmen, Luft anhalten, Vektorschleife
aufnehmen und ausdrucken.
- (b)
- Tief ausatmen, Luft anhalten,
Vektorschleife aufnehmen und ausdrucken.
- 2.
- Carotispuls:
Das Stethoskop wird mit seiner Glockenseite auf die Carotis aufgelegt.
Man findet sie am besten, wenn man zuerst mit dem Finger den Puls
ertastet und dann dort das Stethoskop aufsetzt. Die Größe der Kurve
kann man mit den Tasten ,,+`` und ,,-`` einstellen. Wenn die
Druckkurve störungsfrei ist, die Aufnahme einfrieren und ausdrucken
(Taste `E').
- 3.
- Änderung der Vektorschleife bei unterschiedlicher
Elektrodenposition:
Verschieben Sie die beiden Elektroden von den Handgelenken auf die Oberarme
und nehmen Sie eine Vektorschleife nach dem Einatmen auf (entspricht
Punkt 1a).
- 4.
- Störungsfreie Vektorschleife für die quantitative
Auswertung aufnehmen:
Diese Vektorschleife darf überhaupt keine Muskelaktionspotentiale und auch
keinen Netzbrumm enthalten. Diese Aufnahme wird nun für die
folgende Auswertung am Rechner verwendet (die Versuchsperson kann
nach gelungener Aufnahme abgekabelt werden):
- (a)
- Markante Punkte des EKG in der Vektorschleife
markieren: Wenn das EKG eingefroren ist, können Sie mit den
Pfeiltasten einen Cursor (gestrichelte Linien in
Abb. 8). über das EKG bewegen. Gleichzeitig wird mit einem
Fadenkreuz gezeigt, wo sich der entsprechende Zeitpunkt in der
Vektorschleife befindet. Stellen Sie den Cursor nacheinander auf
markante Punkte des EKG (P-, Q-, R-, S-, T-Maxima,
isoelektrische Linie/isoelektrischer Punkt!) ein und
kontrollieren Sie, welcher Punkt auf der Vektorschleife mit dem
jeweiligen Punkt im EKG korrespondiert. Markieren und beschriften Sie
dann diese Punkte in der ausgedruckten Vektorschleife (z.B. ,,P``).
- (b)
- Zeiten ausmessen:
Am oberen Bildschirmrand erscheint die Zeit vom Beginn der Aufnahme in msec
(siehe Abb. 8).
Bestimmen Sie nun alle Zeiten des EKG, die
für eine vollständige Beschreibung nötig sind (PQ-Intervall,
PQ-Strecke, Q-Zeit, R-Zeit, S-Zeit, ST-Strecke, Dauer der T-Welle), indem
Sie die Differenzen der angezeigten Absolutzeiten bestimmen.
Tabelle:
EKG-Normgrößen
| EKG-Anteil |
Dauer/sec |
Amplitude/mV |
| P-Welle |
0,05-0,10 |
0,1-0,3 (hier nicht meßbar) |
| PQ-Intervall |
0,12-0,20 |
|
| Q-Zacke |
<0,04 |
R-Höhe |
| QRS-Komplex |
0,06 - 0,10 |
|
| T-Welle |
|
R bzw. S |
| QT-Intervall |
0,26 - 0,40 |
|
- 1.
- Liegen die Werte des EKG im Normbereich
(siehe Tabelle 6)?
- 2.
- Welche Winkel haben die Achsen von P, Q, R, S und T?
- 3.
- Wie verändert sich die Vektorschleife während der Atmung?
- 4.
- Wie verändert sich die Vektorschleife bei unterschiedlichen
Elektrodenpositionen?
- 5.
- Konstruieren Sie aus dem Ausdruck der Vektorschleife
und den Zeitwerten die Ableitung II.
Die Amplituden erhalten Sie, indem Sie alle wichtigen Zeitpunkte
(isoelektrische Linie, P,Q,R,S und T) auf die Ableitung II projizieren
und dann die Abstände von der Projektion des isoelektrischen Punktes
zu den anderen Projektionspunkten bestimmen (siehe Abb. 9).
Abbildung 9:
Bestimmung der Amplitude der R-Zacke in Ableitung II
aus der
Vektorschleife
 |
- 6.
- Erklären Sie anhand der Vektorschleife die Tatsache, daß die
Spitzen der R-Zacken in den EKG-Ableitungen nach Einthoven zeitlich
oft nicht genau zusammenfallen (Tip: siehe Abb. 8).
- 7.
- Setzen Sie den Kurvenverlauf der Druckkurve mit dem Kurvenverlauf
des EKG in Verbindung. Wann steigt der Druck an? Was passiert dann gerade
im EKG? Wann fällt er wieder ab und welche Welle sieht man dann im
EKG?
- 1.
- Zeichnen Sie ein Einthovendreieck und malen Sie die 3 Vektoren für
die Ableitungen nach Einthoven hinein. Fügen Sie auch die richtigen
Polaritätszeichen dazu. Können Sie das auch für die 3 Ableitungen
nach Goldberger?
- 2.
- Wie würden sie den Winkel der elektrischen Herzachse bestimmen?
- 3.
- Wie ist ein Dipolvektor definiert? Zeigt der Vektorpfeil von
erregt nach unerregt oder umgekehrt (bzw. von + nach - oder umgekehrt)?
- 4.
- Sie haben eine Batterie und ein Voltmeter. Das
Voltmeter schließen Sie nun an die Batterie an: Plus an Plus
und Minus an Minus. Wie schlägt das Voltmeter aus? Nach links oder
nach rechts? Entspricht die Batterie dem Herzen oder dem EKG-Gerät?
Und mit was korrespondiert das Voltmeter?
- 5.
- Sie messen ein EKG und stellen fest, daß die Versuchsperson als
Normaltyp eine negative P-Welle in Ableitung II nach Einthoven besitzt.
Was können Sie über die Herzerregung aussagen?
- 6.
- Wie ist der Einfluß des vegetativen Nervensystems auf die Herzerregung?
- 7.
- Wie projiziert man aus der erstellten Vektorschleife die Ableitung II
nach Einthoven?
- 8.
- Welche EKG-Ableitungen werden beim Vektorschleifenversuch gemessen
und dargestellt? Welche anderen hätte man ebenfalls nehmen können?
- 9.
- Wie verändert sich die Vektorschleifenform bei der Atmung und wieso?
- 10.
- Zeichen Sie ein physiologisches EKG der Einthoven II-Ableitung und
erklären Sie alle auftretenden Wellen/Zacken. Was ist die
Überleitungszeit und welche Dauer sollte sie ungefähr haben?
- 11.
- Welche Beziehung besteht zwischen der Größe der Spannung, die
zwischen den Armen abgeleitet wird, und dem Winkel des Dipolvektors
bei der Herzerregeung?
- 12.
- Bei der Konstruktion der elektrischen Herzachse mit Hilfe eines
Einthovendreiecks schneiden sich die Projektionslinien der 3 Vektoren
meist nicht in einem gemeinsamen Schnittpunkt? Wieso? Wie ist die
Definition der R-Zacke (Tip: Abb. 8)?
- 13.
- Bei einer EKG-Aufnahme werden aus Versehen die linke und rechte
Armelektrode vertauscht. Was verändert sich im EKG (Denksportaufgabe)?
- 14.
- Der Vektor der elektrischen Herzachse bildet mit der
Horizontalen den Winkel .
In welchem Bereich von zeigen alle Extremitätenableitungen nach Einthoven einen positiven
Ausschlag im QRS-Komplex?
- 15.
- Bei welcher EKG-Ableitung steht die Projektionsrichtung der
Ableitung senkrecht auf aVL?
- 16.
- Warum wird ein zu hoher Blutdruckwert gemessen, wenn die
Blutdruckmanschette zu schmal ist?
- 17.
- Warum ist bei zu schneller
Ablaßgeschwindigkeit der systolische Blutdruckwert zu niedrig?
Installation der EKG-Software mit den Daten
der Praktikums-Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Es existiert eine DEMO-Version der im Praktikum verwendeten
Software. Diese kann keine neuen EKGs aufnehmen aber die im Praktikum
aufgenommenen EKGs darstellen. Wer zwei Disketten mitbringt, kann am
Ende des Praktikums die EKGs mit nach Hause nehmen. Zu Hause verfahren
Sie so:
- 1.
- Im ,,Explorer`` auf der Diskette
setup.exe anklicken.
- 2.
- Das Installationsprogramm meldet sich und installiert das
Programm auf der Festplatte.
- 3.
- Die EKG-Software starten (Icon anklicken).
- 4.
- Im EKG-Programm: File, Import ECGs. In der
Dialogbox auf die Diskette mit den EKG-Daten wechseln,
Versuchspersonen auswählen und bestätigen.
- Das Praktikum findet in zwei Räumen statt. Zwischen den
Räumen muß nicht gewechselt werden. Die entsprechende
Aufteilung steht an den Türen der Praktikumsräume.
- Es wird in Zweiergruppen gearbeitet. Falls es eine
Dreiergruppe gibt, läßt die dritte Person ein Standard-EKG von
sich aufnehmen.
- Jeder/jede ist einmal Versuchsperson.
- Jeder/jede ist einmal Untersucher/Untersucherin.
- Jede Gruppe nimmt mindestens ein Standard-EKG als auch ein
Vektor-EKG auf.
Daraus ergibt sich, daß jede/r
entweder ein Vektor-EKG
oder ein Standard-EKG von sich aufnehmen läßt. Diejenigen,
die nicht ihren Oberkörper frei machen wollen, sollten also ein
Vektor-EKG von sich aufnehmen lassen. Damit nicht alle Teilnehmerinnen
und Teilnehmer beim Standard-EKG zuschauen können, befinden sich die
beiden Meßplätze jeweils hinter einem Vorhang. Der Lerneffekt ist aber
nur gegeben, wenn auch andere Teilnehmer/innen bei der
Aufnahme zuschauen und Kritik üben dürfen -- und es ist eine gute
Möglichkeit, über die Rolle der Patientin oder des Patienten einmal
nachzudenken. Vielleicht erinnert man sich an das Praktikum, wenn man
später als Ärztin oder Arzt sagt: `Machen Sie sich mal frei!'.
- Jede Zweiergruppe fertigt ein kurzes Ergebnisprotokoll an,
welches primär die quantitativen Ergebnisse enthalten sollte.
- Die Prüfungsgespräche finden in Vierergruppen statt.
Sobald vier Studentinnen oder Studenten ihre Protokolle
erstellt haben, kann deren Prüfung beginnen. Bis dahin sollten auch
alle Fragen von anderen Gruppen geklärt sein, da dann die Prüfungen
im Vordergrund stehen und nicht mehr intensiv betreut werden kann.
- Millimeterpapier, Geodreieck, Taschenrechner und evtl.
ein EKG-Lineal
- Handtuch oder Badetuch als Unterlage
- Falls man die im Praktikum verwendeten Saugelektroden nicht
mag, kann man auch Selbstklebende mitbringen (für 4mm-Bananenstecker).
- Zwei Disketten, falls man die EKG-Aufnahmen und die Software mit nach
Hause nehmen möchte.
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Nikos Drakos,
Computer Based Learning Unit, University of Leeds.
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The translation was initiated by Bernd Porr on 1999-12-10
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