Herz und Kreislauf-Praktikum


Konzeption



Planungsphase

Studierende einbeziehen

Durch die Einbeziehung der Studierenden1 in die Planungsphase des Praktikums entsteht mehr Transparenz und es wird auch eine bessere Identifikation mit dem Praktikum ermöglicht. Dadurch daß Studierende mitwirken, tragen sie auch Verantwortung gegenüber ihren Kommilitonen/innen und sind deswegen auch motivierter.

Konkret wurde den Studierenden bereits im 3. Semester (das Praktikum findet im 4. Semester statt) angeboten, den Praktikumsteil ,,Herz-Kreislauf`` bereits in den Semesterferien zwischen dem 3. und 4. Semester durchzuführen. Es wurde auch darauf hingewiesen, daß dieses Probe-Praktikum einen größeren Arbeitsaufwand erfordere als das reguläre Praktikum im Semester.

Probe-Praktikum in den Semesterferien

In einer relativ kleinen Gruppe (ca. 10 Studierende) werden die alten Versuchsabläufe durchgespielt. Danach wird gemeinsam überlegt, was
  • man ändern könnte (Offensichtliches weglassen, Interessantes oder Überraschendes hinzunehmen)
  • und was man im Tutorium erzählen sollte.

Konkret ergab sich hier, daß der Plethysmograph-Versuch nur Sachverhalte bestätigt, die offensichtlich sind (z.B. daß kontrahierte Gefäße wenig Blut aufnehmen können) und daß andererseits für die Vektor-Kardiographie zu wenig Zeit zur Verfügung stand (vor allem wegen der schwer verständlichen Materie). Der Schwerpunkt des Praktikums wurde somit auf die Elektrophysiologie verlagert. Bezüglich des Tutoriums wurde beschlossen, daß dort primär die Konstruktion des Vektor-EKGs besprochen werden sollte.

Der Durchlauf in den Semesterferien hat sich als äußerst effektiv herausgestellt. Die Studierenden waren alle sehr motiviert und sehr gut vorbereitet, was sowohl am fehlenden Streß in den Semesterferien als auch an der besonderen Auswahl der Studierenden (über die Seminare) gelegen hat.

Module

Simulations-Software

Sowohl die Konstruktion der Vektor-Schleife als auch die Bestimmung der elektrischen Herzachse ist für die meisten Studierenden sehr schwer verständlich. Der Computer ist hier bestens geeignet, dieses Problem aus dem Weg zu räumen. Zum einen kann er die Vektorschleife in Form einer Animation zeichnen als auch dem Studenten EKG-Kurven zur Bestimmung der Herzachse präsentieren. Letzteres geschieht in Form eines Ratespiels.

WEB-Seite

Die WEB-Seite bietet die Möglichkeit, das Praktikum aktueller zu gestalten. Gerade was Tips angeht, ist es eine gute Möglichkeit, diese während des Semesters den folgenden Gruppen mitzuteilen. Die Seite ermöglicht auch den direkten und unkomplizierten Dialog zwischen Studierenden und Betreuern.

Tutorium

  • Besonders schwierige theoretische Details bezüglich der Vorlesung ergänzen, die für das Praktikum wichtig sind. Hier: Vektorschleife und die Idee der Projektion auf die Ableitungen.
  • Letzte Änderungen zum Skript bekanntgeben.
  • Fallstricke bei den Versuchen ansprechen.
  • Unterstützung durch Dias:
    • Fotos der Arbeitsplätze, Detailaufnahmen wichtiger Geräte/Bedienelemente.
    • Aufnahmen von den Bildschirminhalten: Wie sieht es aus, wenn das EKG korrekt aufgenommen wurde? Wie sieht es aus, wenn etwas falsch gemacht wurde?

Praktikum

Einführung

Ein Versuch wird exemplarisch mit zwei gut vorbereiteten Studierenden gemeinsam durchgespielt.

Versuche

Die Versuche werden primär von den Studierenden selbst durchgeführt. Dazu gehört auch: Fehler machen! So wird die Kritikfähigkeit gegenüber dem Gemessenen geschärft (und zwar konkret gegenüber den Geräten und denjenigen, die gemessen haben).

Besprechungen in 4er-Gruppen

Grundlage sind die Meßergebnisse (EKG, Vektorschleife, Blutdruckwerte) der jeweiligen Gruppe. Das allgemeine Wissen -- besonders das aus dem Tutorium -- sollte hier auf die Meßergebnisse angewandt werden. An dieser Stelle stellt sich dann heraus, ob der Stoff verstanden worden ist. Messungen, die falsch gemacht wurden, werden noch einmal wiederholt.

Beide Rollen kennenlernen: Arzt und Patient

Jede Versuchsperson ist einmal in der Rolle des Untersuchers und einmal in der Rolle des Untersuchten:
  • Patientenperspektive: Kontrollverlust, Schamgefühl erleben, sich beurteilen lassen, ...
  • Arztperspektive: Hemmungen abbauen (z.B. hier beim Ertasten der Rippen), Machtposition reflektieren, ...

Gleichgewicht von Praxis und Theorie

  • Das Standard-EKG-Gerät vermittelt Einblicke in die moderne EKG-Messung.
  • Das Vektor-EKG als ,,Experimentalplatz`` dient dem tieferen Verständnis der EKG-Messung.
Dipl. Phys. Bernd Porr
Ruhr Uni Bochum, Institut für Physiologie, Neurophysiologie: Prof. Eysel
Geb.: FNO 01/176, Tel.: 0234-700-3828

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The command line arguments were:
latex2html -split 2 konzept.tex.

The translation was initiated by Bernd Porr on 1998-05-19


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