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BLM-Studie

Öffentlich rechtliche Hauptprogramme Private Hauptgrogramme Sonstige private Programme Öffentlich rechtliche dritte Programme Öffentlich rechtliche Satellitenprogramme
Politik, Wirtschaft, Soziales 71257
Natur, Technik, Wissenschaft 8141917
Hobby, Lebensbewältigung 1--12
Tabelle 4: Informelle Bildungsangebote in % bezogen auf die Gesamtzahl gesendeter Stunden, BLM-Studie 

Die erste Studie ist von der `Bayrischen Landeszentrale für neue Medien' durchgeführt worden [WEIß 1992, S.737,]. Hier wurden im Untersuchungszeitraum vom 23.März bis zum 5.April 1992 alle öffentlich rechtlichen und alle Privatsender hinsichtlich Bildungssendungen untersucht (ARD, ZDF, 3.Programme, Eins Plus, 3sat, RTL, SAT1, Tele5, Pro7, Kabelkanal und Premiere). Dabei wurden alle Sendungen als Bildungssendungen interpretiert, die nicht tagesaktuell waren. Damit war die Definition von Bildung sehr weit gefaßt. Innerhalb dieser Definition wurde dann zwischen formellen und informellen Bildungsangeboten unterschieden.

Die Ergebnisse unterscheiden dann hinsichtlich der informellen und formellen Bildungsangebote. Die formellen Bildungsangebote finden sich ausschließlich bei den Dritten Programmen.

Eindeutig an erster Stelle liegt Südwest 3 mit 27%; im mittleren Bereich sind Bayern 3 und West 3 mit 20 bzw. 22 Prozent angesiedelt; am Ende der Skala rangieren Nord 3 und Hessen 3 mit 13 bzw. 14 Prozent [WEIß 1992, S.744,].
Inhaltlich stehen die naturwissenschaftlichen und technischen Themen im Vorderund. Politische Themen als auch Sprachkurse sind seltener, wobei der Unterschied nicht so gravierend ist.

Es zeigt sich, daß die informellen Bildungsangebote einen großen Teil des Programmes der öffentlichen rechtlichen Sendeanstalten ausmachen (18% bei den Hauptprogrammen ARD und ZDF). Das Angebot der privaten Sender bezüglich dieser informellen Bildungsprogramme sieht dagegen eher dürftig aus (4% bei RTL und SAT 1). Zwischen den öffentlich rechtlichen Programmen gibt es aber auch noch drastische Unterschiede. Der Anteil der Bildungsprogramme der dritten Programmen liegt bei fast 50%, was natürlich nicht verwunderlich ist, wenn man die Geschichte der dritten Programme kennt. Gestartet als reine Bildungsprogramme präsentieren sie sich heutzutage vielseitiger. Das große Angebot der informellen Sendungen ist aus den formellen entstanden. Vergleicht man nun die dritten und die öffentlich rechtlichen Hauptprogramme mit den privaten Programmen, dann zeigen sich gerade bei den Bildungssendungen die unterschiedlichen Wurzeln.

Während im Bereich der Unterhaltung und der tagesaktuellen Information nicht so sehr ein Gegensatz als vielmehr unterschiedliche relative Gewichte festzustellen sind, geht es hier um eine Polarisierung zwischen Minimalismus und zentraler Programmcharakteristik [WEIß 1992, S.745,].

Nach diesem globalen überblick folgt nun eine Differenzierung in unterschiedliche Wissensgebiete. Tabelle 4 zeigt nun, daß auch bei den informellen Bildungsangeboten die `harten' Wissenschaften dominieren (Natur, Technik, Kultur, Wissenschaft), die vor allem an der Universität zu finden sind. Hier zeigt sich - trotz der großzügigen Definition der informellen Bildungsangebote - wieder die Dominanz der öffentlich rechtlichen Anstalten. Interessant ist, daß selbst der Bereich des individuell relevanten Wissens bei den privaten Programmen praktisch nicht vorkommt. Dies ist insofern verwunderlich, weil so gut wie jede Talkshow im weiteren Sinne das Thema `Lebensbewältigung' behandelt. Aber scheinbar decken die Talkshows diesen Bereich vollständitg ab, so daß kein zusätzlicher Bedarf besteht.


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Bernd Porr
Sun Mar 9 15:01:24 WET 1997