Das Netz der Netze?
Wünsche, Begehren und Befürchtungen
Geschichte und Realität des Internet
Die Alte Geschichte der ,,Neuen Medien``. Geschichte der
Medien- (Technik) sowie der Erwartungen, Befürchtungen und Folgen
bei der Einführung ,,Neuer Medien``
030368 Proseminar (c,d): 2st, Do 14-16, GA 1/153
Seminarleiter:
Thomas Quast
Referat/Hausarbeit:
Bernd Porr
Die Entwicklung des Computers wird in 6 Zeitalter unterteilt, so wie es z.B. in [COY 1994] vorgeschlagen wurde: das mechanische, das elektromechanische, die drei elektronischen Zeitalter. Das sechste Zeitalter fällt hier aus dem Rahmen, da dem Computer neuerdings eine besondere Rolle zugeschrieben wird: das Zeitalter des Computers als Medium. Diese Unterteilung zeigt noch einen weiteren Bruch: Während man die Anfänge der Entwicklung des Computers besser durch die Hardware beschreiben kann, ist die Software in den letzten Jahren der bessere Indikator für den Wandel geworden.
Das letzte Kapitel befaßt sich - durchaus aus der historischen Perspektive - mit den Reaktionen in der Gesellschaft bezüglich des Computers: Kritik, Ablehnung und Kult. Dieses Kapitel könnte beliebig vergrößert werden, da ab den 80ern eine Fülle von Publikationen den Markt überschwemmt hat. Hier werden schlaglichtartig völlig subjektiv zusammengestellte Arbeiten präsentiert.
Das letzte Zeitalter der Computerentwicklung hängt eng mit dem Internet zusammen, welches die Computer von ihrem Inseldasein befreit indem es sie weltumspannend vernetzt. Diesem Netz ist der zweite Teil der Hausarbeit gewidmet. Während im ersten Abschnitt die von Militär geprägte Geschichte des Netzes erzählt wird, werden im zweiten Abschnitt die Dienste des Internets (e-mail, telnet, ftp, news, WWW) vorgestellt. Der dritte Abschnitt versucht anhand spärlicher Daten den heutigen Zustand des Internets zu beschreiben. Im letzten Kapitel kommen dann Autoren aus elektronischen Zeitschriften (vor allem CMC Magazine) zu Wort, die sich mit dem Internet beschäftigt haben.
Am Anfang der Zahlengeschichte (35.000 - 20.000 v.Chr) standen die ,,natürlichen`` Zahlen [IFRATH 1992, S.82], welche man benutzte, um zu zählen. Das so triviale zählen ist aber nicht so einfach, da man zu diesem Zweck ein Aufzeichnungsverfahren entwickeln mußte, welches die Anzahl einfach repräsentiert. In den Anfängen waren das Kerben auf Knochen oder Hölzern. Ein Hirte konnte so jeden Abend seine Schafe zählen und so Verluste feststellen. Die Markierungen waren zwar praktikabel, aber schwer zu vergleichen, da immer die gleichen Zeichen verwendet wurden. Das Ziel der nun folgenden kulturellen Evolution war es, eine Sequenz von Zeichen zu erfinden, welche genau festgelegt war und die sich einfach merken ließ. Es liegt auf der Hand - im wahrsten Sinne des Wortes -, daß man sich ein System ausdenkt, welches große Zahlen aus den schon definierten Kleinen bildet. Es muß also nach einer bestimmten Anzahl von Zeichen eine Periodizität auftreten, die die Bildung der Zahlen vereinfacht. Heutzutage liegt diese Periodizität bei 10, oder anders ausgedrückt: bis zur Zahl 9 tauchen immer wieder neue Zeichen auf, dann überhaupt nicht mehr. Diese Periodizität nennen die Mathematiker ,,Basis``. Wichtig ist hierbei, daß zwar das Zehnersystem sehr früh existierte aber die zugehörigen Symbole nur im arabischen Raum bekannt waren. In Europa wurden bis zum Mittelalter Steine oder andere kleine Gegenstände angehäuft. Die Zahl 56 wurde also durch zwei Steinhäufchen zu je fünf und sechs Steinchen symbolisiert. Neben dem 10er-System hat sich in unserer Kultur noch das 60er-System etabliert und zwar bei der Messung der Zeit. Beide Systeme sind wohl auf Grund sehr pragmatischer Überlegungen entstanden.
Tatsächlich lernte der Mensch mit seinen zehn Fingern zählen, so daß die fast allgemeine Vorliebe zur Bildung von Zehnergruppen durch die Auffällige Anatomie unserer Hände bestimmt wird.Das System zur Basis 60 strengt das Gedächtnis schon ziemlich an, wenn man bedenkt, daß dafür 60 verschiedene Zeichen benötigt werden. Trotzdem wurde und wird es verwendet. Wie dieses Zahlensystem entstanden ist, ist unklar. Wahrscheinlich ist es aber aus einer Fusion von zweien Systemen hervorgegangen [IFRATH 1992, S.59], welche wieder als Grundlage das Zählen mit den Fingern hatten (z.B. 5er und 12erNur deshalb nimmt diese Basis in unserem Zahlensystem eine fast unantastbare Stellung ein [IFRATH 1992, S.49].
Aus der Sicht der Numerik ist auch jedes Zahlensystem diskret. Nur
wurde im Laufe der Zeit der ,,Abstand`` zwischen zwei Zahlen immer
kleiner. Waren es am Anfang die natürlichen Zahlen so rückten sie
durch die Einführung der Brüche infenitesimal zusammen. Die
Irrationalen Zahlen lassen sich in der Praxis nur noch durch nie
abbrechende Kommazahlen repräsentieren, so daß diese dann auch
diskret werden. Sind theoretische Rechnungen mit der Zahl
auch
noch so präzise, sobald man damit z.B. das Volumen eines Fasses
ausrechnen muß, muß man sich auf die Genauigkeit des im
Taschenrechner gespeicherten Wertes verlassen.
»Wenn Ihr Euch damit begnügen wollt, ihn in der Ausübung von Additionen und Subtraktionen unterweisen zu lassen, so genügt irgendeine deutsche oder französische Universität. Legt Ihr dagegen Wert darauf, seine Ausbildung auf Multiplikation oder Division auszuweiten - vorausgesetzt, daß er dazu imstande ist - so werdet Ihr ihn in italienische Schulen schicken müssen.« [IFRATH 1992, S.221]Zwischen 1095 und 1270 schickte sich die westliche Zivilisation an, den Osten mit Hilfe von Kreuzzügen zu kultivieren. Das Unternehmen ging - zumindest bezüglich des Zahlensystems - nach hinten los. Die Kreuzfahrer lernten nämlich die islamische Kultur und damit auch die arabischen Ziffern kennen. Diese ersetzten die Steinhäufchen durch einzelne Zeichen, welche sich einfach in den reichlich vorhandenen Wüstensand kratzen ließen [IFRATH 1992, S.228]. Zurück in der Heimat nagte das neue Zeichensystem an den sehr aufwendigen Rechenverfahren am Rechenbrett und am Berufsstand der ,,calculatores``, die natürlich nichts von diesem Verfahren wissen wollten [IFRATH 1992, S.230]. Aber auch die Kirche war gegen das neue Verfahren, da erstens diverste ,,calculatores`` der Kirche eng verbunden waren (z.B. Mönche) und zweitens die Null konsequenterweise eingeführt worden war. So deklarierten sie die neuen Rechenmethoden kurzerhand als ,,Teufelszeug``. Die reaktionäre Macht der Kirche hat zwar die Etablierung der arabischen Ziffern verzögert, sie aber nicht verhindern können.
Eine dieser Rechenregeln war und ist besonders einfach. Es ist das Bilden das Übertrages bei der Addition und das ,,borgen`` bei der Subtraktion. Blaise Pascal war der Sohn eines Steuerbeamten. Um das Leben seines Vaters zu erleichtern erfand er die erste Rechenmaschine, welche genau die obige Rechenregel automatisch ausführte. Pascal produzierte noch etliche Rechenmaschinen in seinem Leben - der kommerzielle Erfolg blieb aber aus [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.25]. Zeitgleich erfand Schickard im Jahre 1623 eine Rechenmaschine, die er in einem Brief an Keppler beschrieb.
Bereits im Jahre 1679 führte Leibnitz die binäre Arithmetik ein, die die Grundlage heutiger Computer ist. Leibnitz selbst entwickelte aber seine Rechnenmaschinen weiterhin im Zehnersystem, weil die mechanische Präzision damals einen Rechner mit Dualzahlen nicht zuließ. Seine Motivation, sich mit Rechnern zu beschäftigen, hatte einen ,,tiefen philosophischen Ursprung``. Er war der Überzeugung, daß die ,,Routine``-Rechenarbeit des Menschen unwürdig sei [VORNDRAN 1986, S.41].
Auch die Addiermaschine des Uhrmachers Lepine blieb auf Grund kommerziellen Desinteresses ein Unikat. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts etablierte Charles Xavier Thomas die Rechenmaschine im Handel, der Wissenschaft und beim Staat. Er selbst war im Versicherungswesen tätig und war offensichtlich an präzisen Rechnungen interessiert. Diese und ähnliche Maschinen beherrschten die vier Grundrechenarten, konnten Zwischenergebnisse kummulieren, speichern und die Ergebnisse drucken [MEYERS 1996].
Komplexe Regeln, die mechanisch umgesetzt wurden, waren aber zuerst keine Mathematischen, sondern die der Webtechnik. Joseph Marie Jaquard baute zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen Webstuhl, der sich so gut mit Lochkarten steuern ließ, daß er das Bild seines Erfinders darstellen konnte [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.26]. Motiviert wurde diese Erfindung aber nicht durch einen übertriebenen Narzismus seitens des obigen Erfinders, sondern schlichtweg um Personal einzusparen. Die Bevölkerung Lyons war dementsprechend von der Erfindung entsetzt, bedrohte Jaquard und wollte den Webstuhl zerstören [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.27].
Charles Babbage, ein englischer Mathematikprofessor, war von der Erfindung des ,,programmierbaren`` Webstuhles sehr beeindruckt. Monotone Arbeiten hatten auch die Mathematiker dieser Zeit zu verrichten. So rechneten sie für Kollegen, für Kaufleute und andere mit der Mathematik vertraute Personen sogenannte Logarithmentafeln aus. Bekanntlich konnte man mit Hilfe des Logarithmusses eine Multiplikation in eine Addition überführen, welche in der damaligen Zeit wesentlich besser berechnet werden konnte. Diese Tabellen wurden nach einem festen mathematischen Schema ausgerechnet. Fehlerfreie Tabellen waren ein Wunschtraum [COY 1994, S.21]. Babbage erkannte, daß eine Maschine benötigt wurde, die sowohl rechnen als auch drucken konnte. Könnte er solch eine Maschine bauen, so wären die primären Fehlerquellen der Tabellenherstellung beseitigt: das menschliche Rechnen und das Setzen der Tabellen. Der Webstuhl bot sich geradezu an, da er sowohl algorithmisch programmierbar war, als auch einen ,,Ausdruck`` in Form eines Musters lieferte. Er begann also eine Maschine zu bauen, die die Logarithmen zuerst berechnete und dann ausdruckte. Im Jahre 1822 hatte er ein funktionierendes Modell zu Demonstrationszwecken fertiggestellt. Ein Jahr später war dann die eigentliche Maschine, mit finanzieller Hilfe der britischen Regierung, fertiggestellt. Diese Maschine arbeitete völlig automatisch nach einem festen Programm, welches am Ende der Rechnungen die Tabellen auch sofort druckte. Er nannte sie ,,difference engine``. Während der nächsten zehn Jahre wurde Babbage klar, daß das starre Programm dieser Maschine ein Problem darstellte. Seine Pläne gingen von diesem Zeitpunkt an in Richtung einer frei programmierbaren Maschine, der ,,analytical engine``. Diese Maschine wurde aber nie fertiggestellt, da es zu damaliger Zeit an mechanischer Präzision mangelte. Trotzdem hatte Babbage die wichtigsten Strukturelemente des Computers definiert. Sie sind heute noch gültig. Seine dampfgetriebene Maschine hatte bereits einen Speicher von 1000 Ziffern und eine Prozessoreinheit, welche Befehle ausführen konnte (auch bedingte). Die Programmierung geschah mit Lochkarten, welche noch bis in die 70er unseres Jahrhunderts verwendet wurden [KLINCKOWSTROEM 1959, S.164]. Die Lochkarte ist damit das nicht flüchtige Speichermedium, welches sich am längsten in der Computergeschichte gehalten hat.
Der Verleger Georg Scheutz und sein Sohn Eduard (1821 - 1881) waren die ersten, die Babbages Idee weiterführten. Sie hatten nämlich das Problem, fehlerfreie mathematische Tabellen zu drucken. Zu diesem Zwecke konstruierten sie auf der Grundlage der ,,analytical engine`` einen Rechner, der ihnen die Ergebnisse sofort tabellarisch ausdrucken konnte. Sie gewannen auf einer Messe in Paris eine goldene Medallie, da sie die Laufbahn des Mars mit ihrem Rechner voraussagen konnten. Eine weitere Maschine dieser Sorte kam bei der britischen Regierung zum Einsatz, um die mittlere Lebenserwartung der Bevölkerung auszurechnen [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.35].
William S. Burrough (1857 - 1898) hatte als Banker spezielle Rechnungen durchzuführen. Er entwickelte eine Maschine, die heute als kaufmännischer Rechner bezeichnet wird. Charakteristisch ist das aufaddieren von Zwischenergebnissen zu einer Gesamtsumme [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.39].
Im Jahre 1879 wurde die erste Registrierkasse von James Ritty entwickelt. Diese Kasse unterschied sich äußerlich nicht von einem kaufmännischen Rechner. Im Innern aber registriert ein weiteres Rechenwerk die Gesamteinnahmen. Dieses läßt sich von außen nicht zurücksetzen.
The use of safes und locked cash drawers provided some defence against intruders. It was more difficult to prevent clerks from keeping some of the money they received [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.40].Die Registrierkasse erfreut sich bis zum heutigen Tage großer Beliebtheit.
Elektrizität stellt nun die adäquate Lösung des Problems dar.
Sie läßt sich ohne Verstärkung kilometerweit übertragen und
läßt sich sehr leicht verstärken. Dies passierte
in der ersten Phase - mechanisch.
Das Relais bietet aber noch weitere Vorteile. Es lassen sich nämlich mit mehreren Relais logische Schaltungen aufbauen. Bereits 1854 hat George Boole nachgewiesen, daß man mit Hilfe einfachster logischer Grundelemente alle Rechenfunktionen implementieren kann. Auch Speicher lassen sich mit Hilfe dieser Grundelemente realisieren.
Der Anfang der elektromechanischen Entwicklung wurde durch die Erfindung eines Wählrelais markiert [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.44]. Es hatte einen Eingang und zehn Ausgänge, welche durch eine Pulsreihe am Eingang gezielt ausgewählt werden konnten. So konnte man mit Hilfe der Wählscheibe am Telefon solch ein Relais fernsteuern. Dieses bildete die Grundlage der automatischen Vermittlungstechnik. Hermann Hollerith war nun der erste, der diese Technologie für den Rechnerbetrieb nutzbar machte. Die erste Anwendung hatte nicht sehr viel mit Mathematik zu tun, sondern war Zählen nach bestimmten Regeln. Das damalige Problem war die Volkszählung in den USA und Hollerith hatte damit als Mitarbeiter der entsprechenden Behörde hautnah zu tun. Die Auswertung der Volkszählung aus dem Jahre 1880 dauerte bis in das Jahr 1888, da sie von Hand durchgeführt wurde. Durch das Bevölkerungswachstum war man sich nicht mehr sicher, ob die nächste vor der übernächsten überhaupt fertig würde. Hollerith entwickelte daraufhin eine Maschine, mit der diese Auswertung automatisiert werden konnte. Dazu wurden die Daten in Lochkarten gestanzt, durch eine automatische Zähleinrichtung gezogen und dann sortiert. Die Kontaktgabe wurde mit Hilfe von Quecksilber realisiert, welches durch die Löcher floß und so einen elektrischen Kontakt herstellte [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.46]. Diese Kontakte erhöhten dann Zählerstände oder veranlaßten, daß die Lochkarten in bestimmte Fächer in einem Sortierer landeten. Zusätzlich bestand die Möglichkeit bedingt zu zählen.
It was also possible to wire relays at the back of the tabulator so that it counted an electrical signal only if several holes on a card were punched (for example, one could count only bachelor farmers of Norwegian extraction who lived in Minnesota) [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.46].Direkt nach nach der Volkszählung gründete Hollerith seine eigene Firma. Sie blieb erfolgreich und konnte diese Maschinen noch jahrzehntelang verkaufen. Im Jahre 1924 wechselte die Firma ihren Namen von ,,Tabulating Machine Company`` zu ,,International Business Machines`` oder IBM. Das Jahr 1930 war für IBM der erste Höhepunkt in der Firmengeschichte, als die den Auftrag erhielt, für das neu geschaffene Renten- und Sozialsystem die Rechenmaschinen zu liefern. Diese waren in ihrer Funktionsweise denen der Volkszählung sehr ähnlich. Nur die Mechanik hatte sich etwas geändert.
Im Jahre 1927 wettete Henry L. Straus bei einem Pferderennen in England und gehörte zu den glücklichen Gewinnern. Ihn ärgerte aber, daß der ausgezahlte Gewinn unter dem vom Buchmacher vorhergesagten lag. Dies lag schlichtweg daran, daß niemand die eingezahlten Beträge vor dem Rennen exakt ausrechnen konnte. Im Jahre 1929 hatte er einen Prototyp eines Rechners entwickelt, der in der Lage war, diese Rechnungen auszuführen. Da er vor allem Summen bilden mußte, nannte er ihn ,,Totalisator``. Vier Jahre später waren solche Rechner auf den Rennbahnen etabliert und schwappten in die USA über. Die mit Relais gesteuerten Rechner waren bis in die 60er im Einsatz [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.53].
Ab den 30ern wurden die wichtigsten Entwicklungen in der Computertechnik beim Militär vollbracht. In Deutschland wurde ab den 20er Jahren an einer Codiermaschine - der ,,Enigma`` - gearbeitet, welche zur Invasion Polens im Jahre 1939 so weit gediehen war, daß der Code in vernünftiger Zeit nicht geknackt werden konnte. Polnische Wissenschaftler hatten bis kurz vor dem Krieg noch ein Gerät, welches die Codes der Deutschen knacken konnte. Sie nannten es ,,Bomba``. Dieses Gerät wurde aber durch die Weiterentwicklung von ,,Enigma`` uneffektiv, so daß zum Zeitpunkt der Invasion die Nachrichten der Deutschen nicht entschlüsselt werden konnten. Die Polnischen Wissenschaftler flohen nach England und in die USA. Dort wurde die - jetzt umgetaufte - ,,Bombe`` weiterentwickelt. Im Jahre 1943 war der erste Prototyp im Einsatz. 120 wurden bis Kriegsende noch gebaut. Parallel zu der ,,Bombe`` wurde in England ,,Colossos`` entwickelt. Dieser Rechner sollte auch Geheimcodes knacken und wurde im Jahre 1944 fertiggestellt.
Intelligence agencies became an important, if hidden, market for electronic computers [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.52].An dem Projekt ,,Colossus`` arbeitete ein Wissenschaftler mit, der einen entscheidenden Einfluß auf die Computerentwicklung hatte. Er erfand das gedankliche Konstrukt der Turing-Maschine. Diese kann nur endlich viele Zustände besitzen, mit deren Hilfe sie einen externen Datenspeicher mit unendlich vielen möglichen Zuständen manipuliert.
Turing stellte sich den externen Datenträger und den externen Speicher in Form eines Bandes mit Markierungen vor. Das Band wird vom Apparat bei Bedarf abgerufen und ,,gelesen``, und er kann im Laufe seiner Tätigkeit das Band vor- und rückwärts bewegen. Außerdem kann der Apparat darauf Markierungen anbringen und alte löschen; somit dient ein und dasselbe Band als externer Speicher (,,als Kratzelpapier``) und als Input. [...] Es läuft vor- und rückwärts durch das Gerät, solange weitere Rechnungen erforderlich sind. Wenn die Rechnung schließlich beendet ist, kommt das Gerät zum Stillstand [PENROSE 1991, S.34].Das Ergebbnis der Rechnung befindet sich wieder auf dem Band. Falls sich ein Verfahren mit endlich vielen Zuständen ausdrücken läßt, dann stellen diese Zustände einen Algorithmus dar. Dieses Konstrukt hat zwei praktische Konsequenzen. Es genügt nun zu zeigen, daß sich eine Maschine auch als Turing-Maschine aufbauen läßt. Dann ist sie fähig, Algorithmen auszuführen. Auf der anderen Seite existiert die Einschränkung bezüglich eines Problems nicht mehr bei der konkreten Lösung, sondern nur bei der Frage ,,Algorithmus oder nicht¿` oder ,,Läßt sich das Problem auf einer Turingmaschine realisieren¿`
Wissenschaftliche Anwendungen waren in der elektromechanischen Ära sehr rar. Der Wissenschaftler Howard Aiken überzeugte IBM, einen wissenschaftlichen Rechner zu bauen. Er selbst mußte während seines Studiums stupide Rechnungen auf einem kaufmännischen Rechner durchführen. Es kam ihm die Idee, diese zu automatisieren. Da Kaufleute keine negativen Zahlen benötigten und auch die Genauigkeit sich auf Cents beschränkt, mußten die Rechenwerke entsprechend modifiziert werden. Die Automation geschah durch gelochte Papierstreifen, auf denen die Befehle codiert waren. Im Jahre 1943 war diese Entwicklung erfolgreich abgeschlossen und manifestierte sich im ASCC Mark I. Die Grundidee Aikens war übrigens die gleiche, die Babbage hatte. Beide wollten fehlerfreie Logarithmentafeln und ähnliches auf ihren Rechnern produzieren. Aikens Mark I lieferte natürlich auf Grund der Programmierbarkeit noch andere Tabellen wie z.B. Navigationshilfen für die Schiffahrt oder Berechnungen des Einschlagortes von Geschossen. In den Jahren 1946/1947 wurden die komplexesten wissenschaftlichen Rechner auf Relaisbasis von der Firma Bell gebaut. Mit 9000 solcher Schaltelemente war die Grenze der Zuverlässigkeit erreicht, da die Wahrscheinlichkeit eines Totalausfalls immer größer wurde [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.56] - und der konnte von einem einzigen defekten Relais verursacht werden.
In Deutschland hatte ein gewisser Konrad Zuse die gleichen
Gedankengänge, wie seine Kollegen im entfernten
Amerika. Kommunikation zwischen den Kontinenten war damals aus zwei
Gründen nicht möglich. Zum einen befand sich Zuse auf der
Informationsinsel des Nazideutschlands. Zum anderen war er schlichtweg
in der Wissenschaftswelt noch nicht anerkannt, weil er noch ein
einfacher Student war. Er sollte sein Bauingenieursstudium auch nie
abschließen. Im Rahmen dieses Studiums mußte er stupide Rechnungen
durchführen, die ihn zum Bau eines Rechners motivierten, den er Z1
nannte
. Dieser entstand dann im elterlichen Keller auf rein
mechanischer Basis. Das wichtigste Werkzeug war dabei eine Laubsäge,
mit der er Winkel und Schlitze in Metallplatten sägte, die die
elementaren Schaltelemente darstellten. Diese Schaltelemente konnten
nur drei binäre Operationen ausführen: UND, ODER und NEGATION. Er
konnte theoretisch zeigen, daß man mit diesen Grundoperationen alle
komplexeren Operationen durchführen konnte
[VORNDRAN 1986, S.75]. Die Praxis dieser ersten Maschine zeigte dann,
daß sie auf Grund von zu großen Toleranzen der Laubsägearbeiten
nicht zufriedenstellend arbeitete. Erst die nachfolgenden Rechner
(Z2-Z4) auf Relaisbasis waren zuverlässig, welche während der
Kriegszeit bei der DVL (Deutsche Versuchsanstalt für Raumfahrt) und
danach in Zuses Firma gebaut wurden (Z5-Z44).
Es ist vor allem
auf Zuses Durchsetzungskraft und Ausdauer zurückzuführen, daß seine
Rechner überhaupt gebaut werden konnten, da er immer auf Ignoranz und
Unverständnis gestoßen ist
[VORNDRAN 1986, S.77].
Der erste elektronische und universell verwendbare Rechner war ENIAC (Electronic Numerical Integrator And Computer), welcher an der Universität von Pensylvenia von J. Presper Eckert und John v. Mauchly entwickelt wurde. Der Anlaß für den Bau (ab 1943) eines solchen Rechners war der hohe Bedarf an ballistischen Tabellen während des zweiten Weltkriegs. Den konnte er aber nicht mehr befriedigen, da er erst nach dem Kriege fertiggestellt wurde. Das Militär hatte aber auf Grund des beginnenden kalten Krieges eine neue Aufgabe für den Rechner parat: er half bei der Entwicklung der Wasserstoffbombe und später bei der Berechnung der Flugbahnen von Interkontinentalraketen [COY 1994, S.23].
Atanasoff estimated that it would take eight hours to solve a set of equations with eight unknowns using a Marchant calculator, and 381 hours to solve 29 equations for 29 unknowns. The Atanasoff-Berry computer was able to complete the task in under an hour. The first problem run on the ENIAC, a numerical simulation used in the design of the hydrogen bomb, required 20 seconds, as opposed to forty hours using mechanical calculators.Im Jahre 1955 wurde ENIAC u.a. beim Design von Windkanälen, bei der Wettervorhersage und zur Erstellung von Zufallszahlen (!) eingesetzt.
Erst in den siebzigern hat man übrigens festgestellt, daß Atanasoff der erste war, der Röhren zum Rechnen verwendete. Mauchly war mit Atanasoff befreundet, so daß er im Jahre 1943 sicher die Ideen seines Kollegen im ENIAC mit verwendete. Mauchly galt dreißig Jahre lang als der Pionier der Röhrenrechner, bis ein Patentstreit - der nur indirekt mit dieser Thematik etwas zu tun hatte - diesen Sachverhalt an das Licht der Öffentlichkeit zerrte. Mauchly hatte wahrscheinlich leichtes Spiel, sich als den Erfinder der Röhrenrechner zu präsentieren, da Atanasoff an seinem Rechner nur akademisches Interesse hatte und ihn nach erfolgreicher Inbetriebnahme auf dem Dachboden des Instituts verstauben ließ [VORNDRAN 1986, S.93]. In diesem Fall zeigt sich auch, daß nicht unbedingt die bessere technische Lösung siegt. Atanasoffs Rechner verwendete das Binärsystem zur Zahlendarstellung, während der ENIAC seine Zahlen im Zehnersystem repräsentierte. Da der ENIAC aber vom Militär finanziert wurde, spielte der durch die Wahl des computerunfreundlichen Zehnersystems ungefähr zehnmal größere Verdrahtungsaufwand bei gleicher Rechenleistung keine Rolle. Mauchly erschlug die Unzulänglichkeiten seines Rechners mit dem großen Budget - Atanasoff mit seinem Intellekt [VORNDRAN 1986, S.93].
ENIAC war aber noch nicht im heutigen Sinne programmierbar. Der Begriff Software hatte damals noch eine Bedeutung weniger. Mit Hilfe von Kabeln wurden für jede neue Aufgabe jeweils langwierig Verbindungen gesteckt. Die Schaltzustände der Röhren repräsentierten also nur die Daten. Diese wurden mit Lochkarten eingelesen und waren somit immer (wieder-)verwendbar. Der Algorithmus mußte aber umständlich in einen Schaltplan umgesetzt werden. Es lag nun auf der Hand, auch das Programm in Lochkarten zu stanzen, damit es in Sekundenschnelle im Rechner repräsentiert war. Dieser Gedankenschritt wurde von Eckert, Maulchy und John von Neumann vollzogen. Es läßt sich nicht genau rekonstruieren, wer nun den Einfall hatte. Wahrscheinlich waren sie es alle drei zusammen. Während Eckert und Maulchy von Hause aus Ingenieure waren, steuerte Neumann sein eher theoretisches Wissen als Logiker bei. Deren Entwicklungen sind wohl gerade auf Grund dieser Symbiose so bahnbrechend gewesen [MEYERS 1996]. Der EDVAC verwirklichte nun die Idee der Programmierung durch Lochkarten. Somit waren Daten und Programm für den Computer gleichwertig. Sie bekamen erst beim Rechenvorgang ihre Bedeutung zugewiesen. Oder anders ausgedrückt: sowohl Programm als auch Daten wurden durch Zahlen repräsentiert, welche somit zu einem universellen Code wurden. Der nächste konsequenten Schritt bestand nun darin, Programm und Daten im gleichen Speicher abzulegen. Der Computer wurde noch universeller, da er sowohl kleine Programme mit großem Datenbedarf als auch den umgekehrten Fall bewältigen konnte. Eine Rechnerstruktur, die in einem Speicher sowohl Daten als auch Programm ablegt, heißt heute Von Neumann Architektur. Diese Struktur und die zugehörige Idee der Software setzte sich sehr schnell durch. Der Rechner EDVAC war demnach der erste wirklich universell einsetzbare Computer und war damit seinem theoretischen Konstrukt ,,Turing Maschine`` sehr nahe gekommen.
Eckert and Mauchly later developed what was arguably the first commercially successful computer, the UNIVAC; in 1952, 45 minutes after the polls closed and with 7% of the vote counted, UNIVAC predicted Eisenhower would defeat Stevenson with 438 electoral votes (he ended up with 442) [VERENA 1996].
Nicht nur auf dem Gebiet der Hardware wurden in den fünfzigern große Fortschritte gemacht. Auch die Software entwickelte sich in diesem Jahrzehnt von der Festverdrahtung zum Hochsprachenprogramm. Durch von Neumanns Idee wurde auch das Programm als Folge von Zahlen im Speicher des Rechners abgelegt. Die Programmierung war mühsam, da man in Tabellen die gewünschten Befehle suchen und dann daraus einen Zahlencode erstellen mußte. Diese stupide Arbeit wurde sehr schnell durch ein Hilfsprogramm (Assembler) ersetzt, welches symbolische Befehle in Zahlencodes übersetzte (siehe Abbildung 3). Dies war der Startpunkt zur Entwicklung von sogenannten ,,Hochsprachen``. Die symbolischen Befehle entsprachen nicht mehr den Befehlen des jeweiligen Prozessors, sondern waren auf die Anwendung bzw. Problemstellung abgestimmt. Ein spezielles Hilfsprogramm - genannt Compiler - übersetzte die Befehle in den der Maschine verständlichen Zahlencode. Die Programmierung wurde durch die Hochsprachen systemunabhängiger und effektiver. Die zwei wichtigsten Hochsprachen in den Fünfzigern waren FORTRAN (1956) und COBOL (1959). Während Fortran vor allem für den wissenschaftlichen Einsatz konzipiert war, wandte sich COBOL vor allem an die Kaufmännische Branche. Grace Murray Hopper entwickelte diese Sprache in einer sonst vollkommen männerdominierten (Computer-)Welt [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.72]. Beide Sprachen wurden vor allem auf UNIVAC-Rechnern entwickelt.
Die Röhre hat zwar die Rechengeschwindigkeit des Computers im Vergleich zu Relaisrechnern drastisch erhöht aber an eine kommerzielle Anwendung im großen Maßstab war trotzdem nicht zu denken. Röhrenrechner waren stromfressende tonnenschwere Kolosse und demnach nicht rentabel. Kaufmännische Berechnungen wurden weiterhin auf den elektromechanischen Rechnern der Marktführer IBM und NCR durchgeführt [WEGENROTH 1993, S.475]. Weiterhin im Einsatz waren die Tabuliermaschinen, die vor allem in der Buch- und Lagerhaltung eingesetzt wurden: ,,Hollerith durchleuchtet Ihren Betrieb, überwacht und hilft organisieren [COY 1994, S.24]``.
Das Militär interessierte sich von der ersten Stunde an für dieses Bauelement. Es war für Anwendungen in der Luftfahrt geradezu prädestiniert. Der Bedarf an Transistoren war in den Fünfzigern so groß, daß praktisch die gesamte Produktion in diesen Sektor floß. Selbst in den Sechzigern machte der militärische Einsatz des Transistors noch 40% des Umsatzes aus [WEGENROTH 1993, S.473]. Die Halbleiterbranche siedelte sich dementsprechend vor allem in der Nähe von Rüstungskonzernen an. Das ,,Silicon Valley``, welches seinen Namen einem Journalisten verdankt, der in seinen Berichten immer diese Bezeichnung verwendete, ist auch auf Grund dieser Nähe entstanden.
Einhergehend mit einer immer höheren Integration und immer
preiswerter herstellbaren Bauelementen sanken die Produktionskosten
der Computer. Während im Jahre 1957 ein Transistor noch 17 Dollar
kostete, betrug der Preis zehn Jahre später nur noch 80 Cents
[WEGENROTH 1993, S.474]. Eine erhöhte Integration erzielte man mit
einzelnen Transistoren, wenn man einfach deren Gehäuse wegließ und
diese mit anderen Bauelementen in einem einzigen Gehäuse
unterbrachte. Solche sogenannten Hybridschaltungen findet man
heutzutage immer noch in Spezialanwendungen. Die Grundidee der
Hybridschaltungen lebt auch in Form der SMD
-Technik weiter, welche vor allem in der Konsumelektronik
eingesetzt wird.
Der Repräsentant der Hybrirdtechnologie war das System /360 (1962) von IBM. Es zeichnete sich nicht nur durch eine sehr ökonomische Bauweise aus, sondern besaß genormte Schnittstellen. So konnten erstmalig sowohl unterschiedliche Systemkomponenten bezüglich der konkreten Anwendung kombiniert werden als auch Fremdprodukte angeschlossen werden. In das System /360 konnte man - je nach Bedarf an Rechnenleistung - unterschiedliche Prozessoren einbauen, welche aber aus der Sicht der Software immer identisch aussahen. Hier gab es also das erste Bestreben, Software für einen längeren Zeitraum unverändert lassen zu können [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.73]. Der Wunsch, Programme noch in zehn Jahren auf nachfolgenden Rechnern einfach starten zu können, ist aber bis heute ein Traum geblieben. Zusätzliche Kosten konnten durch die Multitaskingfähigkeit des Rechners gespart werden. Unterschiedliche Programme liefen quasi gleichzeitig ab, in dem der Prozessor nacheinander jeweils einen oder mehrere Befehle eines jeden Programmes ausführte und das reihum. Wurde jedes Programm mehrere hundertmal pro Sekunde ausgeführt, dann entsteht der Eindruck, daß jedes Programm die ganze Zeit ununterbrochen läuft - nur langsamer. Nach diesem Verfahren konnten nun an einen Rechner eine Vielzahl von Terminals angeschlossen werden, die jeweils von einem Programm bedient wurden. Dies führte dazu, daß es in einem klimatisierten Raum Experten gab, die sich um die /360 kümmerten und Anwender, die sich darauf verlassen mußten, daß alles funktionierte. Diese zentralistische Organisation war das Charakteristikum dieser Rechnergeneration [COY 1994, S.24].
Die Elektronenröhre war mit der Einführung des Transistors vom Markt völlig verdrängt worden - mit einer Ausnahme:
Die einzige massenproduzierte Elektronenröhre in der Konsumelektronik blieb der Fernsehbildschirm, zu dem sich erst in jüngster Zeit Alternativen in Form von Flüssigkeitskristallanzeigen abzeichnen [WEGENROTH 1993, S.474].
War es um 1950 möglich, in einem Volumen von einem Kubikfuß bis zu 1000 Elektronenröhren unterzubringen, so waren es um sechs Jahre später 10.000 Transistoren, 1968 mit Hilfe der integrierten Schaltungen bis zu 1 Million Elemente [WEGENROTH 1993, S.475].
Zeitgleich zur Entwicklung des integrierten Schaltkreises wurde von Ken Olsen und Gordon Bell die Firma DEC gegründet. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, einen Rechner zu entwickeln, der auf dem Schreibtisch des Anwenders steht und ihm persönlich zur Verfügung steht. Im Jahre 1960 stellten sie der Öffentlichkeit den PDP1 vor. Der Preis von $120.000 war zur damaligen Zeit und heute auch noch alles andere als ein Anreiz, sich solch einen Rechner zum Zwecke der Archivierung der Schallplattensammlung zu kaufen. Es gab aber eine ganze Reihe von Wissenschaftlern, die sich dieses Gerät auf Staatskosten zulegten, so daß insgesamt fünfzig davon verkauft werden konnten, was für DEC ein großer Erfolg war [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.77]. Auch wenn er für einen Privatmensch nicht erschwinglich war, so war er der erste Rechner, der die hierarchische und zentralistische Großrechnerkultur zu untergraben begann, in dem jeder Anwender sein eigener Systemverwalter und damit Herr des Systems war [COY 1994, S.28].
Die schlagartige Erhöhung der Integrationsdichte sorgte nicht nur für eine Verkleinerung der Baugruppen sondern eröffnete gleichzeitig die Möglichkeit, unterschiedliche Baugruppen auf einen Siliziumchip zu integrieren. Im Frühling des Jahres 1974 stellte die Firma Intel einen Chip vor, der alle wesentlichen Funktionseinheiten eines Computers beinhaltete. Mit nur wenigen externen Bauelementen konnte man damit einen kompletten Computer aufbauen. Das Herzstück eines solchen Computers - der 8080 - wurde auf Grund der auf kleinstem Raum zusammengefaßten Computerfunktionen Mikroprozessor genannt. Der ganze Computer - kaum größer als ein Schuhkarton - wurde zum Mikrocomputer. Durch die hohe Integration war er preiswert und somit für viele erschwinglich geworden. Der Preis des Computers für den ,,Hausgebrauch`` sank Anfang der Siebziger unter die $1000 Grenze. Der erste dieser persönlichen Rechner nannte sich ,,Altair`` und war alles andere als Benutzerfreundlich [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.94]. Er war aber auch nicht für ernsthafte kommerzielle Anwendungen konzipiert, sondern die Zielgruppe war die der Elektronikbastler.
But hobbyists were tolerant. In fact, their tolerance and enthusiasm were the key to the launching of the personal computer [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.94].In der Freizeit war man nicht irgendeinem Erfolgsdruck unterworfen. Es genügte die Faszination. Die war auch dringend notwendig. Denn der Rechner wurde vornehmlich als Bausatz verkauft. Arbeitete er dann nach endloser Fehlersuche, so präsentierte er seine Ergebnisse im Binärcode mit Hilfe von Leuchtdioden. Auch die Dateneingabe und Programmierung mit Hilfe von Schaltern gestaltete sich alles andere als komfortabel. Trotzdem war der Rechner ein voller Erfolg. Mit leichter zeitlicher Verzögerung gab es auch in Deutschland Elektronikzeitschriften, die Computer zum Selbstbau besprachen und zugehörige Softwareprogramme abdruckten, wie z.B. Schachprogramme:Für den Fall des Kleincomputers zeigt sich auch heute wieder, daß die Bewegung der Computer- und Mailboxclubs mehr für ihre Verbreitung gesorgt hat als staatliche Institutionen und öffentliche Schulen [RAMMERT 1993, S.287].
Wer Schach spielen kann, ist sicherlich oftmals auf der Suche nach einem Partner. Einem Partner, der immer Zeit hat, nicht ungeduldig wird, ziemlich stark spielt, und einen auch mal ein bißchen mogeln läßt, wenn man ihn nur nett darum bittet.In den Anfängen der Hobby-Computer oder Home-Computer war es aber auch üblich, Programme selbst zu schreiben. Dazu war eine gute Kenntnis der Maschinensprache des Prozessors nötig (Hochsprachen gab es noch nicht oder waren auf Grund des kleinen Speichers nicht zu realisieren), die aber wohl bei einer ganzen Heerschar von Spieleprogrammierern vorhanden war.Nun - solche menschlichen Eigenschaften hat der Schachcomputer Intellektor bestimmt nicht [KUIPERS 1981, S.32].
Bevor wir mit der Beschreibung der Erweiterungskarten beginnen, möchten wir zwei dringende Bitten an (über)eifrige Programmierer richten! Zunächst sollten Sie sich im klaren sein, daß andere TV-Spielcomputer Besitzer (noch) keinen erweiterten Speicherbereich zur Verfügung haben könnten. Richten Sie also bitte, falls irgendwie möglich, das betreffende Spiel so ein, daß eine ,,einfache`` Variante in der Luxusversion des TV-Spielcomputers laufen können.0C1000 LODA, R0 BAFC BSFR, N, 1000[Elektor September 1981, S.48]
Im Jahre 1977 entschloß sich Tandy Radio Shack einen Rechner zu entwickeln, der in der Grundausstattung nur $400 kosten sollte. Nicht nur der Preis war außergewöhnlich, sondern auch das übrige Sortiment der Ladenkette, über welche der Rechner vertrieben werden sollte. Radio Shack verkaufte nämlich vor allem Schalter, Drähte und andere ,,grobe`` elektrische Geräte. Bei Tandy war man überzeugt, daß für solch einen Rechner ein gewisser Bedarf seitens des Endverbrauchers vorhanden sei. Dieser sogenannte TRS-80 wurde dann auch zum ersten flächendeckenden kommerziellen Erfolg - und das trotz diverser Mängel, wie ausschließlich Großschrift auf dem Bildschirm und mageren 4kB Arbeitsspeicher. Aber er arbeitete zuverlässig [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.96].
Mitte der 80er Jahre bekam Apple Konkurrenz vom Computergiganten IBM. Dieser entwickelte den ,,personal computer`` oder kurz den PC. Dieser Begriff ist viel älter und wurde wohl bereits beim Altair benutzt. Aber IBM prägte diesen Begriff bezüglich ihres persönlichen Rechners. IBM sprang bei der Entwicklung des PCs über den eigenen Schatten. Die Software wurde extern entwickelt und die Hardware so flexibel und modular gehalten, daß jede Firma diese mit ihren eigenen Produkten ergänzen konnte. Durch die völlige Freigabe sowohl der Hardware als auch der Software entwickelte sich schnell ein großer Markt. Das Betriebsystems wurde von der damals noch kleinen Firma ,,Microsoft`` geschrieben, welches heutzutage immer noch auf den meisten PCs werkelt: MS-DOS. Durch das modulare Konzept konnten Komponenten von Fremdfirmen hergestellt werden, so daß sich ein vielfältiges Hardwareangebot entwickelte [KIDWELL . CERUZZI 1994, S.101]. Auf der Grundlage von MS-DOS schrieben eine Fülle von Firmen Software für den PC. Das PC-Konzept besteht bis in die heutige Zeit. Es wurde im Laufe der Zeit immer wieder modifiziert und der technischen Entwicklung angepaßt.
Das Erscheinen der Microcomputer auf dem Hobbymarkt hat den
Softwaremarkt nicht nur vergrößert, sondern auch völlig
verändert. Zum einen mußte die Software so leicht zu bedienen sein,
daß sich jedermann oder frau sofort zurecht fand. Zum anderen
entstanden ganz neue Bedürfnisse nach Software. Die beiden
wichtigsten Vertreter dieser Gattung sind die Textverarbeitung
WordStar und das Tabellenkalkulationsprogramm VisiCalc, welche
schon auf den ersten Apple- und TRS-80 Rechnern vefügbar waren
[COY 1994, S.31]. Beide Programme waren einfach zu bedienen und
speziell für die häuslichen oder privaten Bedürfnisse der
PC-Besitzer zurechtgeschnitten. Trotzdem war der Werkzeugcharakter der
Software noch unübersehbar. Dies änderte sich erst, als der
Macintosh im Jahre 1984 das Licht der Welt erblickte. Dieser führte
das WYSIWYG-Prinzip
ein. Nicht
erst der Ausdruck war etwas Ansprechendes, sondern bereits das Bild
auf dem Bildschirm entsprach originalgetreu demjenigen auf dem
Papier. Es war dann nur noch ein kleiner Gedankenschritt, im
Bildschirminhalt das eigentliche Resulat zu sehen, so daß man dieses
nun um computerspezifische Möglichkeiten ergänzen konnte. Der
Computer ließ neue Formen der Kommunikation entstehen, wie z.B. das
Computerspiel. Der Macintosch mutierte als erster Rechner von der
besseren Schreibmaschine zum neuen Medium, wobei man Medium hier
sowohl umgangssprachlich
[COY 1994, S.31] als auch im Sinne eines symbolisch generalisierten
Kommunikationsmediums sehen kann [LUHMANN 1987, S.220], da die Suggestiv-
und Überzeugungskraft z.B. von Animationen oder simulierter Intelligenz
sehr groß ist.
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Ein erster Aspekt der Kultivierung, so wie sie bisher am Fall des Telefons geschildert wurde, betrifft die Tatasche, daß eine technische Neuerung erst sozial angeeignet, in die Praktiken des Alltagslebens als selbstverständlich eingebaut sein muß, um sich in der Gesellschaft erfolgreich zu verbreiten [RAMMERT 1993, S.287].In welcher Phase befindet sich unsere (westliche) Gesellschaft? Ist der Computer bereits ,,unsichtbar`` wie das Telefon. Nutzen wir ihn schon so selbstverständlich, wie den Löffel beim Suppeschlürfen?
Als grobes Maß für die gesellschaftliche Relevanz des Computers kann man die Anzahl der soziologisch orientierten Publikationen betrachten, die den Computer zum Gegenstand hatten und haben. Abbildung 6 legt den Schluß nahe, daß Anfang der achziger Jahre der Computer in einen breiteren gesellschaftlichen Diskurs eintritt, da dort die Anzahl der Publikationen merklich ansteigt. Zum gleichen Zeitpunkt wurde der PC für Privatpersonen interessant und erschwinglich. Erst die alltägliche Nutzung des Computers bewirkte wohl einen breiteren Diskurs.
Interessant ist dabei, daß sich die frühen Publikationen vor allem mit Großrechneranwendungen beschäftigten. Die Kritiker der ersten Stunde erkennen im Computer vor allem den Gehilfen des Überwachungsstaates (Orwell) schlechthin [HUMANN 1981, S.219].
Wenn nun aber aus Datenbanken Persönlichkeitstests, medizinische Untersuchungsergebnisse, psychologische Gutachten, Schulzeugnisse, Gerichtsurteile und vieles mehr zusammengeführt werden können, so wird aus empirisch gesicherter Erfahrung mit anderen Menschen der einzelne festgenagelt. Er ist eingeschränkt, er kann nur noch das erzählen, was in Übereinstimmung mit seinem Dossier wahr ist [KRAUCH 1978, S.23].Ein anderer Autor wider der ,,Verdatung`` des Bürgers sieht eine drohende Macht einer Informationselite, will ihr aber aus gutem Grund trotzdem nicht den schwarzen Peter zuschieben.
In der Computergesellschaft entstehen schon heute neue Stände: Der elitäre Stand derjenigen, die Computerspezialisten, kompetent und informiert sind (oder dafür gehalten werden) und Computerprogramme entwerfen und anwendungsfertig versiegelt und pflegeleicht auf den Markt bringen, gewissermaßen für den narrensicheren Jedermannsgebrauch bestimmt - und der Stand der gesteuerten, administrierten, kurz: der Nummernbürger, die die innere Struktur dieser Programme und damit der mit ihnen gefällten Entscheidungen nicht durchschauen und beeinflussen können. [...] Auch die scheinbar Steuernden selbst haben nur Erhaltungsnotwendigkeiten «des Systems» (Planungsimperative, Gewinnstreben, etc.) zu folgen. Jeder bewegt sich in seinem Zirkel der Sachnotwendigkeit.[HUMANN 1981, S.225f].
Es ist interessant, daß sich erst zu diesem Zeitpunkt Kritik erhebt, wo doch gerade die Volkszählung eine der Ur-Aufgaben des Computers war und noch ist. Man hätte schon vor huntert Jahren beginnen können, zu fragen und zu kritisieren. Im Jahre 1978 waren die Heimcomputer TRS-80, Apple und der PET von Commodore bereits seit einem Jahr für jedermann verfügbar. Die Gefahr wurde aber nicht in diesen (Spiel-)Computern gesehen, die eine kleine Schar von Freaks zum Zeitvertreib nutzte, sondern vor allem die etablierten Großrechner waren das Ziel der Kritik. Trotzdem kann man davon ausgehen, daß die Heim- oder Microcomputer den Begriff ,,Computer`` in das Bewußtsein der Menschen eindringen ließ und dadurch der Diskurs über ihn erst ins Rollen gebracht wurde.
Wurde über den Computer im positiven Sinne berichtet, dann vor allem auf Grund der Faszination, die diese Maschine ausübte.
Jetzt bahnt sich in der Entwicklung der ,,Künstlichen Intelligenz`` ein Umbruch an: Roger Schank von der Yale University bringt Maschinen dazu, die Bedeutung der Sprache auf die gleiche Weise zu erkennen wie der Mensch [NELSON 1978, S.23].Die ,,Künstliche Intelligenz`` war eine Teildisziplin der Informatik und war eher eine Randerscheinung - und ist es bis heute. Trotzdem wurde über diese Disziplin sehr viel berichtet, da sie wohl das Erfahrungsfeld der meisten berührte.
Gerade beim Computer zeigen sich die erkenntnistheoretischen Probleme des klassischen Kommunikationsbegriffes [DöHN 1979, S.106]. Derjenige, der sich über Tastatur und Bildschirm mit ihm verständigt, kann nicht nachprüfen, welche Intention das Programm verfolgt oder ob es ihn überhaupt versteht. Umgekehrt suggeriert eine adäquate Reaktion des Computers so etwas wie Intelligenz. Weizenbaum hat dies schon früh mit seinem Programm ELIZA eindrucksvoll nachgewiesen. Es simulierte einen Psychiater, der die Therapiemethode nach Rogers anwandte: Äußerungen der Patienten wurden in Fragen umgewandelt. Sagte der Patient ,,Ich habe ein Problem.``, dann fragte das Programm ,,Warum hast Du ein Problem¿`.
Unter diesen Umständen ist es leicht zu verstehen, warum Menschen, die mit ELIZA eine Unterhaltung führen, den Glauben hegen, daß sie verstanden werden, ohne daß man sie davon abbringen kann. Der »Sinn« und die Kontinuität, die die mit ELIZA sprechende Person wahrnimmt, werden weitgehend von dieser selbst hergestellt. Von ihr gehen die Bedingungen und Interpretationen dessen aus, was ELIZA »sagt«, die ihre ursprüngliche Hypothese bestätigen, daß das System mit Verständnis begabt sei [WEIZENBAUM 1978, S.253].Es sind eine ganze Reihe Mitarbeiter Weizenbaums Programm auf den Leim gegangen. Vor allem seine Sekretärin verriet dem Programm so manches Geheimnis. Gerade diese Verhaltensweisen unterstützen die These, daß Information eben nicht ,,fließt``, sondern im Kopf der jeweiligen Person immer wieder neu entsteht. Weizenbaum hat diesen ,,elektronischen Psychiater`` geschrieben, um die Kritikfähigkeit der Bevölkerung gegenüber solchen Programmen zu erhöhen. In seinem Buch ,,Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft`` startete er einen sehr frühen Versuch, den Computer zu entmystifizieren [WEIZENBAUM 1978]. Es grenzt an Sarkasmus, daß Weizenbaum ganz unfreiwillig - gerade durch ELIZA - zum einem der Pioniere der elektronischen Psychiatrie und künstlichen Intelligenz wurde [HUMANN 1981, S.223].
Erst in der heutigen Zeit beschäftigen sich Forschungsgruppen mit dem
PC im trauten Heim unter soziologischer Perspektive. War die Kritik
am Großrechner die Möglichkeit der Kontrolle, so ist es beim
Heimcomputer der Einfluß der Maschine selbst. Die Arbeit mit dem
Computer führt zum ``Homo Digitalensis``, der den Computer dem
Mitmenschen vorzieht, ja im Computer einen besseren Menschen sieht und
so seine sozialen Kompetenzen veröden läßt
[LEHNHART 1994, S.14ff]. Aus diesem Grunde haben gerade Pädagogen
dem Computer den Kampf angesagt. Als Katalysatoren von Kreativität und
sozialer Kompetenz in unserer Gesellschaft fühlen sie sich
vom Computer in ihrer Arbeit unterhöhlt
.
Die Beziehung zwischen Herrn und Frau B scheint durch den Computer belastet. Herr B spricht in Sq 23 FG über seine Frau in emotionsloser, neutraler Form und distanziert sich sprachlich von ihr. Im Vergleich mit seinen emotional besetzten Formulierungen hinsichtlich des Computergerätes (z.B. ,,Kiste``) kommt darin keinerlei emotionale Verbindung zum Ausdruck. Herr B. spricht zum Interviewer in Anwesenheit seiner Frau über sie. Damit verläßt er die Partnerbeziehung und disqualifiziert diese gleichzeitig, da er seine Frau implizit so behandelt, als sei sie nicht existent. [...] Frau B. fügt sich der häuslichen Computernutzung und begründet dies u.a. mit der schulisch nutzbaren Computerbeschäftigung ihrer Kinder (Sq 25 FG), wobei sie hier - wie ihr Mann - das Argument der Unausweichlichkeit anführt [LEHNHART 1994, S.103].Aber auch in den eigenen Reihen gibt es inzwischen Stimmen, die sich für eine Integration des Computers einsetzen.
Die Münchener Jugendforscher halten es auf Grund ihrer Befragungsergebnisse für nicht länger sinnvoll, den Computer zu verteufeln und von Kindern fernzuhalten: Er sei aus der Lebenswelt der Kinder nicht mehr wegzudenken und müsse stattdessen sinnvoll in die Erziehung einbezogen werden [Psychologie-Heute Mai 1996, S.12].
Zum Schluß sollte man erwähnen, daß es praktisch nur eine Untersuchung über Programmierer gibt [SCHACHTNER 1993], die aber sehr lesenswert ist.
Aus dieser Zwickmühle konnte man sich nur befreien, wenn man das hierarchische Konzept fallen ließ. Die Rechner sollten konsequenterweise alle gleichberechtigt sein, so daß es kein Ziel für einen Erstschlag gab und daß, wenn ein Rechner doch zerstört würde, das übrige Netz - wenn irgendwie möglich - weiterfunktioniert. Im Jahre 1964 stellte die RAND Corporation (bzw. Paul Baran) dem Militär ein Netzwerkmodell vor, welches die obigen Forderungen erfüllte. Das Netz hatte keine zentrale Befehlszentrale und war so gebaut, daß es nach Ausfällen weiterarbeiten konnte.
The network itself would be assumed to be unreliable at all times. It would be desinged from the get-go to transcend its own unreliability [STERLING 1995].
Jeder Knoten im Netz besaß die Fähigkeit, Daten zu empfangen, sie zu speichern und weiterzuschicken. Jeder dieser Knoten war aber nicht nur Datendurchreiche, sondern in jeder Beziehung ein vollwertiger Computer. Die Daten, die verschickt wurden, wurden in Pakete konstanter Größe unterteilt und auf die Reise geschickt. Jedes dieser Pakete trug eine eindeutige Zieladresse mit sich herum, so daß jeder Knotenrechner entscheiden konnte, in welche Richtung er das Paket weiterleiten sollte.
Der eigentliche Weg der Nachricht war dabei irrelevant. Entscheidend war nur, daß sie beim Empfänger ankam. Der Weg eines Nachrichtenpaketes war dabei nicht genau vorhersagbar. Jeder Konoten entschied selbst, in welche Richtung das Paket weitergeschickt werden sollte. Dies führte dazu, daß solch ein Datenpaket teilweise abenteuerliche Wege zum Empfänger zurücklegte.
Basically, the packet would be tossed like a hot potato from node to node, more or less in the direction of its destination, until it ended up in the proper place [STERLING 1995].Das war nicht sehr effektiv aber sehr zuverlässig. Wenn ein Rechner aus irgendwelchen Gründen ausfiel, dann nahm die Nachricht einen anderen Weg durch das Netz. Man sieht, daß dieses Konzept nur funktioniert, wenn die Rechner einen sehr hohen Vernetzungsgrad besitzen, damit die Datenpakete immer ein Weg finden, auch wenn mal ein Pfad ausfällt.
Das erste Testnetz entstand dann kurioserweise nicht in den USA sondern in Großbritannien im Jahre 1968 beim ,,National Physical Labaratory``. Ein Jahr später schuf die ,,Advanced Research Projects Agency`` des Pentagons ein wesentlich finanzstärkeres Projekt in den USA, welches Supercomputer landesweit vernetzten sollte. Rechenzeit war in diesen Zeiten rar und teuer, so daß sich die Wissenschaftler in den zugehörigen Forschungseinrichtungen freuten, auch von der Rechenleistung eines 1000 Kilometer entfernten Rechners zu profitieren. Im Dezember 1969 befanden sich vier Knoten in diesem neu geborenen Netz, welches nach dem Sponsor benannt wurde: ARPANET. Das Netz wuchs schnell. So gab es im Jahre 1972 bereichts 37 Knotenrechner.
Aber über das Netz konnten auch andere Daten übertragen werden als Programme und (Fern-)Steuerbefehle. Während das Netz seinen zweiten Geburtstag feierte, nutzten die Wissenschaftler das Netz bereits in einer ganz anderen Weise, als ursprünglich intendiert. Es hatte sich zu einem großen virtuellen Postsystem entwickelt. Dadurch, daß jeder Nutzer eines dieser Knotenrechner dort mit seinem Namen eingetragen war, konnte er über das Netz private Nachrichten (e-mail) von anderen Nutzern erhalten. Diese ,,Spielerei`` des Netzes wurde sehr schnell zum Hauptnutzungsgrund. Das Rechnen auf entfernten Rechnern wurde nach und nach bedeutungslos. Die Wissenschaftler nutzten das Netz, um über gemeinsame Projekte zu konferieren, um sich zu verabreden oder um einfach zu quatschen und Spaß zu haben. Es dauerte nicht lange, bis jemand auf die Idee kam, öffentliche Nachrichten (news) zu verschicken, um Diskussionen zu führen.
Interestingly, one of the first really big mailing-lists was ``SF-LOVERS'', for science fiction fans. Discussing science fiction on the network was not work-related and was frowned upon by many ARPANET computer administrators, but this didn't stop it from happening [STERLING 1995].Das ARPANET wuchs in den folgenden Jahren sehr schnell. Die Forschergruppen rund um das Pentagon hatten ihre Aufgabe mit militärischer Gründlichkeit erledigt. Praktisch jeder Computer konnte auf Grund der sehr gut durchdachten Übertragungsprotokolle an das Netz angeschlossen werden.
Dieses Übertragungsprotokoll, welches zwischen den Rechnern vermittelte, war das ,,Network Control Protocol`` oder NCP. Es war - wie gesagt - schon sehr gut durchdacht, wurde aber noch weiter verbessert und nannte sich dann TCP/IP. Die Zweiteilung des Namens deutet auf zwei Untereinheiten des Protokolls hin: Während das Transmission Control Protocol (TCP) die Daten in Paketen verpackt und diese beim Empfänger auch wieder auspackt, kümmert sich das Internet Protocol (IP) um die Adressierung des Paketes. Wurde also ein Text auf Reisen geschickt, dann wurde er in Datenpakete zerhackt. Jedes dieser Pakete erhält zusätzlich die Empfängeradresse - codiert in 4 bytes - und ein Haltbarkeitsdatum. Wird dieses während der zickzackförmigen Wanderung durch das Netz überschritten, wird das Paket gelöscht. So wurde sichergestellt, daß das Netz nicht an umherirrenden Nachrichten erstickt. Das TCP/IP Protokoll ist ,,public-domain``. Jeder kann es auf seinem Rechner implementieren und sein eigenes Netz aufbauen.
Das ARPANET wuchs während der 70er weiter - immer noch unter starker Kontrolle des Pentagons. Durch die große Anzahl der Computer, drohte es außer Kontrolle zu geraten, so daß beschlossen wurde, den rein militärischen Teil des Netzes abzutrennen: MILNET.
In den 80ern wurde Rechenkapazität für jedermann/frau verfügbar, so daß sich nun die verschiedensten Gruppen, Vereine, Institutionen und Firmen in das Netz einklinkten. Niemand konnte (und wollte) sie stoppen sich in das Netz einzuklinken. Es gab niemand, der das koordinieren mußte. Es genügte völlig, sich eine freie Netzadresse zu suchen und irgendeinen Computer, der bereits im Netz seinen Dienst tat. Das war alles. Die Finanzierung des Netzes war auch dezentral. Jeder der an das Netz wollte, mußte einen Computer kaufen und eine Standleitung zum nächsten Netzcomputer. Im Jahre 1984 wurde das amerikanische Wissenschaftsnetz auf Grund einer Initiative des ,,Office of Advanced Scientific Computing`` gegründet. Es war kein neues Netz, sondern das ARPANET bekam durch die direkte Verbindung von Universitäten mit Hochgeschwindigkeitsleitungen Unterstützung.
Das ARPANET selbst löste sich im Jahre 1989 begrifflich auf. Nicht daß das Netz zu existieren aufgehört hätte. Im Gegenteil. Die Ursprünge des ARPANET waren verwischt. Es war inzwischen mit vielen anderen Netzen verwoben, die alle das gleiche Übertragungsprotokoll verwendeten: TCP/IP. Es gab nur noch ein Netz: man nannte es das Internet.
Wenn man heutzutage über das Internet spricht, dann meistens gar nicht über die fehlertolerante Netzwerkstruktur, die praktisch durch das Übertragungsprotokoll TCP/IP charakterisiert wird, sondern über etwas, was auf diesem Protokoll aufbaut. Gemeint ist das World Wide Web. Darunter versteht man gar keine Netzwerkstruktur, sondern eine genormte Kommandosprache, welche die Präsentation von Hypertext - also eine Mischung aus Text, Bild und Ton - im Internet ermöglicht.
Dieses Netz wurde ursprünglich zur Präsentation von wissenschaftlichen Ergebnissen am CERN in Genv im Jahre 1993 entwickelt. Dort steht einer der weltweit größten Beschleuniger, mit dem Physiker Kernexperimente der Hochenergiephysik durchführen. Die Daten dieser Experimente werden aber meist irgendwo auf der Welt ausgewertet. Es bestand also das Bedürfnis, Daten sowohl selbsterklärend verschicken zu können, als auch die Ergebnisse adäquat zu präsentieren. Aus diesem Grunde bildete sich am CERN eine Arbeitsgruppe, die folgende Anforderungen an ein Präsentationsystem in Internet stellte:
Das Ergebnis dieser Arbeitsgruppe war das World Wide Web (WWW,W3). Mit ihm konnten nun die Wissenschaftler ihre Ergebnisse in ansprechender Form darstellen.[BACHMANN . STEINKE 1994]
- Provide a common and simple protocol for requesting human readable information from remote hosts using networks.
- Provide a protocol that enables supplier and consumer to exchange information automatically in format they agreed an.
- Provide a method of displaying text (and perhaps even graphics) for browsing on all systems in use.
- Privide and maintain a collection of documents users are able to add to.
- Provide a keyword search option
- Provide the software needed for all of the above free of charge
Konkret verwendet das WWW eine client/server-Struktur. Der server stellt die darzustellenden Informationen in Form einer Seitenbeschreibungssprache zur Verfügung, der HyperText Markup Language (HTML). Jeder client im Internet kann nun beim server Seiten in Form von HTML abrufen. Damit aus den kryptischen Befehlen lesbare Texte werden, wird ein sogenannter Browser eingesetzt. Dieser interpretiert die HTML-Befehle und versucht dann auf der jeweiligen Rechnerplattform eine möglichst ansprechende Form der Darstellung zu finden. HTML legt hierbei nicht genau fest, wohin Grafiken oder Texte zu plazieren sind, sondern nur in welcher Beziehung diese zueinander stehen. Der Browser entscheidet dann, wie die einzelnen Elemente der WWW-Seite auf dem Bildschirm dargestellt werden.
Das eigentlich revolutionäre waren aber die Querverweise (links) zwischen verschiedenen Seiten im WWW. Mit Hilfe eines Mausklicks konnte man eine Seite von einem ganz anderen Server laden. Und von dieser Seite wiederum irgendwoanders hinspringen. Die Querverweise gaben dem WWW auch den Namen. Es entstand so ein Netz nicht auf Grund der hardwaremäßigen Verschaltung der Knotenrechner, sondern ein Netz der Querverweise. Obwohl das Internet für die Existenz des WWW zwingend notwendig war, war es trotzdem etwas anderes. Auf der einen Seite physikalische Verbindungen - auf der anderen Seite softwaremäßige Verweise. Beides Netze - aber das eine auf Soft- und das andere auf Hardware basierend.
Das WWW verzeichnete seit dem Start astronomische Wachstumsraten. Waren es im Juni 1993 erst 130 WWW-Server, so waren es 1994 bereits 1265 und im Jahre 1995 50.000. Die Schwerpunkte liegen dabei in den USA, in Großbritannien und in der Bundesrepublik Deutschland [ZIMMER 1995]. Siehe auch Abbildung 7.
Ursprünglich konnte man auf diese Weise nur Text darstellen. Aber mit Hilfe des X-Windows Systems ist es auch möglich, daß lokal arbeitende Grafikprogramme ihre Ergebnisse auf entfernten Computern präsentieren oder umgekehrt. X-Windows wurde von Anfang an so konzipiert, daß es für die Anwendersoftware keinen Unterschied macht, wo sie ihre Datenpräsentiert.
Damit nicht jemand auf einem entfernten Rechner Schaden anrichten kann, fragt der entfernte Rechner immer erst nach einem Paßwort und nach einem Benutzernamen. Erst dann kann man auf ihm arbeiten. Dieser Vorgang wird ,,einloggen`` genannt.
In den Diskussionsforen hat sich ein bestimmter Jargon entwickelt, der für nichteingeweihte teilweise nicht verstanden werden kann. So wurde eine ganze Reihe von englischen Begriffen in die deutschen Foren übernommen aber nicht unbedingt deren Bedeutung.
Dadurch daß man in den Foren auf Grafik verzichten muß, muß man
sich aus den vorhandenen Zeichen Symbole basteln. Das bekannteste ist
das smilie
, welches den Leser vor allzu ernsten Reaktionen
bewahren soll. Denn das ,,flamen`` - also das unbegründete
öffentliche Beschimpfen - ist ein Problem der ,,news-groups`` und
soll durch solche Piktogramme verhindert werden. Sehr beliebt ist das
Zitieren von Textbeiträgen anderer Diskussionsteilnehmer.
benni@phil.uni-sb.de (Benjamin Lorenz) wrote: >Wenn's in 2 Jahren solche Dinger im Taschenrechnerformat >gibt, dann koennte ich's mir durchaus vorstellen... Willst Du fuer Deinen taschenrechnergrossen Notebook [...]
Wichtig ist, daß das WWW offen ist gegenüber neuen Entwicklungen. Es ist kein großes Problem, neue Grafikformate zur Übermittlung von Bildern zu etablieren, da die Browser die entsprechenden Darstellungsprogramme als externe Programme aufrufen und sie ggf. via ftp dazuladen können. Diese Entwicklung hat mit JAVA seinen derzeitigen Höhepunkt erreicht. JAVA ist ein Programmiersprache, die speziell für die Browser des WWW geschrieben wurde. Die JAVA-Programme sind aber nicht als ,,normale`` Teilprogramme im Browser enthalten, sondern sind Teil eines HTML-Dokuments bzw. einer Web-Seite. Mit anderen Worten: ab sofort werden nicht nur Daten (Texte, Bilder, Töne) sondern auch Programme beim Abruf solch einer Web-Seite übertragen. Das kann von der einfachen Animation bis zur Textverarbeitung einfach alles sein. Dadurch hat sich die Flexibilität der Präsentation sehr stark erhöht. Außerdem wird mit diesem Verfahren das Internet entlastet, da nicht jede Eingabe sofort einen Transfer zu einem Server verursacht.
porr@smart.neurop.ruhr-uni-bochum.deAuf der Maschine ,,smart`` am Institut für Neurophysiologie (neurop) der Ruhr-Universität Bochum in Deutschland (de) befindet sich der Mitarbeiter ,,porr``. Mit dem Begriff ,,domain`` verbindet man ein Subnetz, welches in der Regel mit sehr schnellen Verbindungen ausgestattet ist. In diesem Falle ist die Domain die Ruhr Uni, so daß sinnvollerweise hier ein gemeinsamer Nameserver existiert.
Trotzdem gibt es eine steigende Zahl von Anbietern (Provider) im Internet, die sowohl Telefonzugänge vermieten als auch Speicherplatz zur privaten Präsentation zur Verfügung stellen. Da wären: T-Online, Compuserve, AOL, Europe-Online, MSN und eine unüberschaubare Anzahl kleiner Provider [ZIMMER 1995]. Dabei muß man nochmal unterscheiden. Während die neueren Provider wirklich nur den Internetzugang ermöglichen, ist das Internet bei den älteren ein Angebot von vielen anderen. So kann man bei T-Online auch Telefonbanking betreiben oder bei AOL auch die Nachrichtenagenturen lesen. Das unkontrollierte Wuchern des WWW hat aber schon heute das Informationsangebot der älteren Online-Dienste überflügelt. Auch der antiquierte Standard von Datex-J mit seinen Bauklotzgrafiken wurde durch die Darstellungsqualität (und suggestive Kraft) der WWW-Browser Netscape und Mosaic in den Schatten gestellt.
Die inhaltliche Seite präsentiert sich äußerst inhomogen, praktisch
nicht auflösbar und bodenlos vielfältig. Diese Vielfalt ist - im
Vergleich zu den traditionellen Massenmedien - wahrscheinlich
größer, da jeder Privatmann oder Frau im Netz für wenig Geld
publizieren kann. Durch die dezentrale Struktur des Internets
existieren keine (umfassenden) Inhaltsverzeichnisse, sondern vor allem
Suchdienste, die das ganze WWW nach eingegebenen Stichwörtern
durchforsten (Lycos, Altavista, Yahoo). Will man thematisch
zusammenhängende WWW-Seiten finden, so ist dies anhand der Links
zwischen den Seiten am einfachsten möglich, so daß es wichtig ist,
eine Start-Adresse zu besitzen. Was bei der Suche nach ähnlichen
Informationen vor Vorteil ist, kann sich auch zum Nachteil entwickeln,
da sich auch im WWW - wie im alltäglichen Leben - Subsysteme
ausbilden, so daß der Sprung zu anderen Subsystemen erschwert
wird. So wird es wahrscheinlich zwischen dem Subsystem der Cindy
Crawford Fans (906 Treffer nach www.lycos.de mit »Cindy Crawford«,
siehe Abb. 9) und den feministischen Seiten (»feminism
sexism«, 241 Treffer, siehe Abb. 8) des WWWs kaum
Überschneidungen geben. Anschlußfähigkeit macht eben auch vor dem
Internet nicht halt
[LUHMANN 1987]
. Die Wahl der beiden
WWW-Seiten (Abb. 9 und Abb 8) hat aber noch
einen anderen Hintergrund. Das Netz wird zur Zeit vor allem in der
männerdominierten Berufswelt verwendet. Wenn es in den eigenen vier
Wänden genutzt wird, dann auch dort vor allem von Männern mit dem
Alterschwerpunkt bei Ende zwanzig [ZIMMER 1995]. Das Internet wird
also von Männern für Männer gemacht
.
Case was twenty-four. At twenty-two, he'd been a cowboy, a rustler, one of the best in the Sprawl. He'd been trained by the best, by Mc Coy Pauley and Bobby Quine, legends in the biz. He'd operated on almost permanent adrenaline high, a byproduct of youth and proficiency, jacked into a custom cyberspace deck that projected his disembodied consciousness into the consensual hallucination that was the matrix [GIBSON 1984, S.12].Das Buch ,,Neuromancer`` ist das Buch des Internets. Diskussionen thematisieren dieses Buch immer wieder. So ist es für viele Traum und Alptraum zugleich. Viele Begriffe, die heutzutage in der Alltagssprache zu finden sind, wurden von Gibson im ,,Neuromancer`` geprägt: Cyberspace, surfen oder Matrix. In seiner Zukunftsvision docken sich die Menschen direkt mit ihrem Gehirn in ein weltumspannendes Netz - genannt Matrix - an.
Gibson hat auch den ,,Cyberpunk`` erschaffen. Einen Rebellen des Internets (ursprünglich der ,,Matrix``), mit dem sich gewisse Subsysteme des heutigen Internets identifizieren:
Gibson's view of the future is a drak and sinister one, where large multi-national corportations have more power than the traditional goverments. In Gibson's books, technology and punk culture collide, placing the high-tech at the street level [Idaho 1995].Es gibt vor allem drei Subsysteme, die die Ideen Gibsons zum Teil Wirklichkeit werden lassen.
Why do people want to be ``on the Internet'' One of the main reasons is simple freedom. The Internet is a rare example of a true, modern, functional anarchy. There is no ``Internet Inc.'' [STERLING 1995].Der gleiche Autor vergleicht das Internet mit der englischen Sprache. Es gibt zwar Leute, die mit der Sprache ihr Geld verdienen aber trotzdem ist sie ein öffentliches Gut. Jeder nutzt die Sprache, keiner braucht dafür zu bezahlen.
Andere sehen gerade die allgemeine öffentliche Verfügbarkeit des Netzes in Gefahr. Sie sehen eine Zweiklassengesellschaft. Auf der einen Seite diejenigen, die mit dem Netz umgehen, die schon alleine durch die Möglichkeit des Zugangs in der Gesellschaft positiver bewertet werden als Leute, die mit dem Netz keinen Kontakt haben. Erst recht trifft das auf Leute zu, die bereits im WEB publizieren.
We stare in awe at a good web site, and yet when we look down at the online picture of the person who created it and see she's only thirteen, we automatically say ``Brilliant! Forget high school - send her directly to MIT!'' [CARVIN 1995]Diejenigen, die den Umgang mit dem Netz beherrschen, werden (insgeheim) bewundert. Aber es stellt sich die Frage, ob die Beschäftigung zu mehr sozialer Kompetenz und zum Verstehen von Zusammenhängen führt.
I see no reason to believe that surfing the Net will contribute to civility and sustainable substantive conversation. [...] While being well informed is indispensable to a good education, information in and of itself does not produce wisdom, discernment, or character. [MOSBACKER 1995].Vielleicht betrachtet die nachfolgende Generation diese für uns so erstrebenswerten Persönlichkeitsmerkmale nur noch mit einem müden Lächeln. Aber bleiben wir dabei, Eindruck zu erwecken. Es ist gar kein Problem, z.B. den Faust [VON GOETHE 1808] im Netz zu finden und munter daraus zu zitieren, ohne ihn gelesen zu haben. Mit Hilfe von Suchprogrammen findet man in solch einem Text immer genau das, was man mit Hilfe Goethes Stimme sagen möchte. Nun mag das für Stammstischgespräche völlig ausreichend und auch wirkungsvoll sein. Für einen Schulaufsatz oder gar für eine wissenschaftliche Arbeit ist es das aller Wahrscheinlichkeit nach nicht
Es gibt noch einen zweiten Autor, der im Internet relativ of zitiert wird: McLuhan. Das ist nicht verwunderlich. So ist McLuhan einer der führenden Medientheoretiker dieses Jahrhunderts. Man mag über seine Thesen denken was man will. Aber er hat wichtige Diskussionen angestoßen und auch ein Fülle von Material zusammengetragen. Er sieht die heutige Zeit im rapiden Umbruch: der Übergrang von der Kultur der Mechanik zu der der Elektronik. Seine Ansicht ist, daß die Mittler zwischen diesen beiden beiden Kulturen Künstler sind (,,artisans``), speziell Science-Fiction Autoren. Hier erklärt sich der Zusammenhang zwischen Gibson und McLuhan. Gibson ist der derjenige, der als der Mittler zwischen den beiden Kulturen gesehen wird. Dabei muß man beachten, daß Gibson vor allem die sozialen Strukturen in seinem ,,Neuromancer`` in den Mittelpunkt stellt. Die Technik wird irgendwann verfügbar sein. Nur was machen wir damit?
Now we have to adjust, not to invent. We have to find the environments in which it will be possible to live with our new inventions [DOHERTY JR. 1995].McLuhans These ,,life imitates art`` bestätigt sich in der Adaption der Modeworte ``cyberspace'', ``ICE'', ``jacking in'' oder ``neural implants''. Gibson gab der Netzgemeinde ein neues Selbstbewußtsein, welches nach Jahren der Kritik arg angekratzt war. So waren die Computermenschen entweder die kontaktscheuen blassen Hacker, die sich nur von Kaffee und Pizza-service am Leben erhielten und das Haus nur im äußersten Notfall verließen. Oder sie arbeiteten am Verfall unserer Gesellschaft, indem sie sie mit unmoralischen Computerspielen oder ähnlichem digitalen Machwerk unterwanderten. Vielleicht war es wirklich Gibsons Roman, der durch den Gebrauch dieser durchaus positiv besetzten Begriffe eine ganze Subkultur wieder hoffähig gemacht hat.
In dem Diskussionsforum ,,soc.medien.de`` wurde am 20. Mai 1996 eine
Diskussion zum Thema ,,Zeitung im Internet`` losgetreten. Auszüge
davon kann man im Anhang B ab Seite
nachlesen. Hier zeigt sich das Phänomen, daß das neue Medium WWW
mit dem alten Medium Zeitung verglichen und gemessen wird. Daß man
dabei oftmals Äpfel mit Birnen vergleicht, ist oftmals sehr
unterhaltsam.
Nur müßte die elektronische Ausgabe dann per Tastatur zu bedienen sein, da ich Trackballs hasse und eine Maus auch ein wenig unhandlich ist. Kommentar zum Nachbarn rechts: ,, 'Tschuldigung, darf ich mein Mousepad auf Ihre Knie legen ¿` ;-) (S.Daß das WWW als neues Medium auch neuer Kommunikationsformen bedarf, wird nur von wenigen Diskussionsteilnehmern erkannt. Das liegt aber daran, daß die Gedankenwelt mit unserer medialen Welt in Beziehung steht. Zwangsläufig wird die Zeitung auf den Notebook übertragen. Daß dies in Zukunft nicht so sein wird, lernt man aus der Geschichte der Medien, die bereits solch einen Wandel vollzogen haben. Das Fernsehen und das Radio haben beide ihre eigenen Präsentationsformen entwickelt. Beide Medien mußten ihre spezifischen Formen erst herausschälen. Meistens passierte das so, daß unadäquate Formen des älteren Mediums übernommen wurden und mit der Zeit dem Medium angepaßt wurden. So entwickelte sich aus dem Mitschnitt einer Theateraufführung in relativ kurzer Zeit eine auf das Radio angepaßte Kunstform: das Hörspiel.)
Das Lesen der aktuellen Tageszeitung und das Recherchieren in Bergen alter Ausgaben sind zwei ziemlich verschiedene Dinge. Ich denke, es spricht nichts dagegen, dafür verschiedene Medien zu nutzen. (S.So wird man vielleicht das WWW zum Recherchieren verwenden. Oder aber die links sorgen für eine schöne bunte Kontextlosigkeit. Auf jeden Fall wird das WWW seine eigenen Vorteile zu nutzen wissen und selbstorganisierter Weise daraus eigene Präsentationsformen entwickeln.)
Lesson: not all new media act like old media. McLuhan would agree [DOHERTY JR. 1995].
Man kann aber auch eine Geschichte der Software schreiben. Es gibt sogar ein starkes Argument, heute nur noch Softwaregeschichte zu schreiben: die Universalität der Turing-Maschine. Wenn jeder Rechner sich mit jedem anderen Rechner simulieren läßt, dann ist die Hardwareentwicklung irrelevant. Es sei denn man zeichnet Diagramme des Geschwindigkeitszuwachses, was ja im Bereich der Hardware heutzutage auch wirklich der Fall ist. Die Softwaregeschichte beginnt wahrscheinlich mit der Erfindung der Zahl als der symbolischen Repräsentation im Rechner überhaupt. Lange Zeit wurden Rechner auch wirklich als Rechner im wörtlichen Sinne verwendet. Aber bereits um die Jahrhundertwende wurde der Einsatz erweitert. Zwar mußten die Rechner im Rahmen der Volkszählungen immer noch zählen aber dies passierte unter bestimmten Nebenbedingungen. Die Verarbeitung von anderen binär codierbaren Informationen war geboren (z.B. Geschlecht, Berufsstand, ...). Computer waren von diesem Zeitpunkt nicht nur Zahlenfresser sondern auch Datenverarbeiter. Mit der Entwicklung der Hochsprachen wurden immer komplexere Aufgaben gelöst. Diese Entwicklung fand ihren Höhepunkt in der künstlichen Intelligenz, die sich zur Aufgabe machte, das Denken des Menschen zu simulieren. Daß davon heute nicht mehr allzuviel zu hören ist, liegt schlichtweg daran, daß die KI über die anfängliche Euphorie nicht hinausgekommen ist. Heute dümpelt sie mit wenigen Spezialanwendungen vor sich hin. Das Programm ELIZA ist heutzutage bei vielen Betriebsystemen als kostenloser Gag dabei. Die KI hat aber wertvolle Impulse zum Problem Leib/Seele beigesteuert, so daß ihr relativ kurzes Dasein doch einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Philosophie geleistet hat. Die Softwareentwicklung erlebte mit dem Auftauchen des Apple Macintosh einen mehr oder weniger starken Bruch. Waren bis dahin Programme vor allem etwas für Freaks, so wurden sie von da an für ein breites Publikum verständlich und bedienbar. Es tauchte ein Programm auf, welches heutzutage fast zum Alltag gehört: die Textverarbeitung. Sie ist deswegen so erstaunlich, weil sie einen Text einfach speichert und später wieder auf einem Drucker ausgibt. Sie will den Text nicht verstehen, zählt nicht die Wörter oder bearbeitet ihn sonst irgendwie inhaltlich. Der Computer wurde zum Medium. Heutzutage ist der Computer in dieser Beziehung noch etwas reicher geworden. So gibt es Lexika auf CD-ROM oder man verwendet Online-Datenbanken oder das Internet, um sich Wissen zu verschaffen. Aber jedesmal das gleiche Phänomen: der Computer ist nur Mittler zwischen Menschen geworden. Seine einstigen Fähigkeiten der Interpretation oder Verrechnung von Daten sind höchstens in der Rechtschreibprüfung der Textverarbeitung zu erkennen.
Man könnte die Geschichte des Computers auch aus der Perspektive der Anwendung schreiben. Als Babbage seinen ersten Rechner entwarf, wollte er die Fehleranfälligkeit der menschlichen Rechentechnik ausschalten. Heutzutage befindet sich in diesem Betriebsystem ein Kernprogramm, welches auf Programmierfehler in den gerade laufenden Anwenderprogrammen achtet. Tritt ein solcher Fehler auf, dann wird das Programm ,,abgeschossen``. Heutzutage muß man Programme schreiben, um Programme zu überwachen, da es unmöglich geworden ist, fehlerfreie Programme zu schreiben. Babbages Traum ist letztendlich nicht Erfüllung gegangen. Der Gebrauch des Wortes ,,abschießen`` deutet auf einen anderen Zweck der Computer hin. So wurde die Entwicklung des Computers in diesem Jahrhundert maßgeblich vom Militär vorangetrieben. Schuld daran waren nicht zuletzt die beiden Weltkriege, die viele Computerexperten in die Arme der Armee trieben (Turing oder Zuse). Die Frage ist natürlich, ob der Zwang groß war. So standen ihnen oftmals astronomische Geld- und Personalmittel zur Verfügung. Auch das Internet ist nunmal militärischer Herkunft, was sich heutzutage nicht mehr erkennen läßt, da es inzwischen der Inbegriff einer funktionierenden Anarchie geworden ist. Die Anwendungen des Computers sind stark an die Software gebunden. Nimmt man den Macintosh wieder als historische Grenze, so lag die Anwendung vor ihm ausschließlich im Bereich der Datenverarbeitung auf Großrechnern. Große Firmen (z.B. Versicherungen), das Militär, die Wissenschaft und Regierungen nutzen Computer für die Bewältigung großer Datenmengen oder umfangreicher Rechenaufgaben. Erst mit der Etablierung des Computers als Medium kamen neue Aufgaben hinzu. Der Computer wurde als persönliches Werkzeug verwandt und wurde für jedermann erschwinglich. Plötzlich wurde auch ein völlig neuer Bereich der jeweiligen Personen erreicht: das Privatleben. Der Computer wurde alltäglich Begleiter - und das sowohl beruflich als auch privat. Die Zahl der Anwendungen explodierte. So gab es plötzlich auch solche, die einfach zum Zeitvertreib verwendet wurden. Heutzutage hat sich neben dem professionellen Softwaremarkt einer für die privaten Bedürfnisse entwickelt. Beide Märkte verwaschen sich zunehmend.
Die Trennung dieser verschiedenen Themenschwerpunkte ist aber spätestens mit der Entstehung des Internets nicht mehr sinnvoll. Die Hardware spielt wieder eine Rolle, da sich nicht jeder Rechner ohne wenn und aber ans Internet anschließen läßt. Die Software des Internets ist eine direkte Konsequenz der Netzwerkstruktur bzw der Hardware. Der Verwendungszweck ist wiederum abhängig von der Software (z.B. Sicherheitsfragen), so daß hier keine eindeutige Trennung mehr möglich ist.
Das WWW ist eine Netzwerkstruktur, welche sich auf Grund der Links aufbaut. Diese Struktur ist aber informationell gegenüber der Struktur des Internets abgeschlossen. Das WWW operiert mit WEB-Pages (Elemente) und Links (Relationen) während das Internet mit Knotenrechnern und Verbindungen arbeitet. Es wäre interessant dieses Modell systemtheoretisch zu untersuchen. Offensichtlich ist z.B. daß sich im WWW auch Subsysteme ausbilden, die ihre in sich geschlossene link-Struktur besitzen, so wie man es vom alltäglichen Leben auch kennt. Anschlußfähigkeit wird immer durch einen Sinnhorizont hergestellt und der darf nicht beliebig sein.
in den letzten Monaten hat die Zahl der im Internet vertretenen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage stark zugenommen.
Interessant ist daher die Frage, ob nicht in den naechsten Monaten oder Jahren einige Zeitungen/Zeitschriften nur noch elektronisch angeboten werden?
Momentan kann man ja noch kostenlos beispielsweise den `Spiegel' oder die `Zeit' elektronisch lesen. Die Verlage sind also nach wie vor auf den Verkauf der gedruckten Ausgaben angewiesen.
Welche Perspektiven bietet da die Zukunft? Moeglicherweise ein Abrechnungssystem mit Vergabe eines Passwortes, das mich zum Lesen berechtigt? Dann koennte ich aber leicht allen Freunden/Kollegen dieses Passwort verraten und alle koennten ueber den selben Account lesen... Abhilfe waere vielleicht eine Kombination Passwort/IP-Adresse, so dass ich nur von genau spezifizierten Rechnern aus lesen darf.
Gibt es schon Ueberlegungen dieser Art, vielleicht sogar schon ,,Elektronische Abbonements`` von urspruenglich nur gedruckt angebotenen Zeitungen/Zeitschriften?
Andererseits wird es bestimmt(?) immer Leute geben, fuer die Zeitunglesen auch aus dem Knistern des Papiers und dem Riechen der Druckerschwaerze besteht und die sich weigern, die taegliche Lektuere vor dem Bildschirm stattfinden zu lassen ...oder?
Benni
Der Bildschirm hat nach wie vor erhebliche Nachteile gegenueber einer Papierausgabe. Erstens ist die elektronische Zeitung auch im Notebook- Zeitalter kaum transportabel. Die normaleSZeitung kann ich praktisch ueberallhin problemlos mitnehmen und ich kann sie nahezu ueberall problemlos lesen. Mit einem Computer, und sei er auch noch so modern, geht das nicht so ohne weiteres. Der Compi hat ein nicht zu vernachlaessigendes Gewicht, will regelmaessig mit elektrischem Strom gefuettert werden und auf dem Fahrradgepaecktraeger mag ich ihn auch nicht transportieren. Ausserdem werden Notebooks und aehnliche Geraete sehr viel oefter geklaut als eine gewoehnliche Zeitung und schliesslich ist das Display eines transportablen Computers noch viel kleiner als ein guter Monitor.
Damit sind wir auch schon beim zweiten Problem: Auf einer Zeitungsseite kann man viel mehr Text unterbringen als auf einem Monitor, vor allem wenn man beruecksichtigt, dass bei den privaten PCs Monitore mit einer Bildschimdiagonalen von 14'' bis 17'' dominieren. Auf Bildschirmen dieser Groesse lassen sich groessere Textmengen nur schwer praesentieren. Auch kuerzere Artikel erstrecken sich da schon auf mehrere Bildschirmseiten und das dauernde Umblaettern, womoeglich noch mit einer gewissen Ver- zoegerung verbunden, kann den Lesefluss erheblich stoeren. Ausserdem geht dabei der Ueberblick verloren, man kann nicht mehr so einfach wie auf einer Zeitungsseite z.B. eine Seite ueberfliegen oder einen Artikel anlesen.
Es gibt sicher noch mehr Gruende, Zeitungen, Buecher oder andere Texte nicht am Bildschirm zu lesen (einen Artikel ueber die Fehlersuche bei Netzwerkproblemen moechte ich mir z.B. neben den Monitor legen konnen - auf einem WWW-Server nuetzt er mir nix) und ich glaube nicht, dass sich das in naher Zukunft aendern wird. Ich bin mir daher sehr sicher, dass ich auch in zwei (fuenf, zehn, ...) Jahren Zeitungen und Buecher auf Papier gedruckt lesen werde.
Unbestrittene Vorteile haben elektronische Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften natuerlich hinsichtlich der Recherche in aelteren Ausgaben. Das hat aber mit der taeglichen Zeitunglektuere nur wenig zu tun.
Gruss Sven
Es gibt einige wissenschaftliche Fachzeitschriften, die nur noch im Web, nicht mehr gedruckt, erscheinen. Kleiner, exklusiver Leserkreis, teure Druckkosten, da funktioniert das.
Ulrich
Ich glaube, das ist nicht der Grund. Viel wichtiger ist, dass es einfach unheimlich muehsam und unstaendlich ist, sich via click&wait die paar weniger ausgesuchten Artikel durchzulesen. Die Online-Versionen vom Spiegel oder der SZ sind ja ganz nett, aber sie kommen nicht im geringsten an die gedruckten Originale ran.
Naja, aber andererseits habe ich bei der elektronischen Version nach einigen Jahren nicht tonnenweise Altpapier rumliegen, sondern hoechstens ein paar ge'zip'te Archive auf der Festplatte.
Ausserdem bietet die elektronische Version wesentlich bessere Recherche-Möglichkeiten als ein grosser Berg alte Zeitungen ;)
Ich denke, es wird wesentlich auch von der Entwicklung des Notebook-Marktes abhaengen, ob sich die elektronische Tageszeitung gegenueber der gedruckten Version durchsetzt. Wenn ich mir fuer wenige hundert Mark einen leistungsfaehigen, kleinen, vielleicht sogar spritzwassergeschuetzten Notebook mit augenschonendem Display kaufen kann, der aufgrund seiner Groesse und seines Gewichts problemlos umhergetragen werden kann (so wie ein Taschenrechner etwa), dann werde ich vielleicht mal ein begeisterter Elektro-Zeitungs-Leser ;)
Warten wir's al ab...
Zeitungen sind IMHO in der Printvariante nicht wegzudenken.
Aber: Zeitschriften - insbesonder Fachzeitschriften kommen heute nicht ohne die neuen Medien aus. Gerade kleine Fachzeitschriften werden IMHO in Zukunft das Netz als Verbreitungsmedium wählen. Die Produktionskosten (Papierkosten) spielen hier eine erhebliche Rolle.
und: Tageszeitungen werden auf den Zusatznutzen des Netzes setzen. Rubrizierte Anzeigenmärkte werden IMHO über kurz oder lang aus dem Printmedium verschwinden und online angeboten werden. Ebenso droht den Tageszeitungen in Zeiten von Vollbeschäftigung (ja, diese wird wiederkehren!) Personalmangel im Zustellapparat. Auch hier wäre eine elektronische Versandform denkbar. Tageszeitung per eMail ??
Dieses ist wohl unbestreitbar. Aber die Printmedien werden sich ändern. Sie werden multiple-medial werden. Print für die News und Online für den Service (Anzeigenrubriken)
Hmmmm, ich belästige immer alle Umsitzenden mit meinem Handelsblatt, welches ja auch dieses leicht überdimensionierte Format hat, da wäre ein Laptop schon deutlich einfacher in der Handhabung. Nur müßte die elektronische Ausgabe dann per Tastatur zu bedienen sein, da ich Trackballs hasse und eine Maus auch ein wenig unhandlich ist. Kommentar zum Nachbarn rechts: ,, 'Tschuldigung, darf ich mein Mousepad auf Ihre Knie legen ¿` ;-)
ciao, Mario
Vielleicht eine gute Methode zur Kontaktaufnahme mit der Sitznachbarin? :-)
Willst Du fuer Deinen taschenrechnergrossen Notebook einen 17''-Monitor mitschleppen, oder willst Du eine Zeitung auf einem taschenrechner- grossen Display lesen?
Die Handschelle (zwecks Diebstahlsicherung) und der Zusatzakku duerften auch jeweils groesser und schwerer als der Notebook sein. ;-)
Aber im Ernst: Zum Archivieren und Suchen oder fuer topaktuelle Nachrichten ist ein Computer sicher gut geeignet. Aber zum einmaligen Durchlesen ist mir die gute alte Papierversion lieber.
Das Lesen der aktuellen Tageszeitung und das Recherchieren in Bergen alter Ausgaben sind zwei ziemlich verschiedene Dinge. Ich denke, es spricht nichts dagegen, dafuer verschiedene Medien zu nutzen. Das Computermagazin c't gibt es zum Beispiel in einem Kombi-Abo - jeden Monat eine aktuelle Ausgabe auf Papier und am Jahresende die gesammelten Artikel auf CD-ROM. Auf diese Weise werden die Vorteile dieser beiden Speichermedien vereinigt.
Ob dies bei Zeitungen so interessant waehre ? Schliesslich gibbet viele Leutschen die die Zeitung auf der Toilette lesen, oder im Zug-Bahn, auf der Arbeit unter die Mittagpause und so weiter...
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich Altpapier wesentlich leichter entsorgen laesst, als Dateileichen und halbtoten, schon laengst vergessenen Unter-Unterverzeichnissen :)
Wie hoch ist denn der Anteil der Druck- und Papierkosten an den Gesamtkosten bei Zeitungen und Zeitschriften? Wieviel kostet im Vergleich dazu die Produktion einer elektronischen Ausgabe 1. auf einem Webserver und 2. auf CD? Und Kann man das ueberhaupt vergleichen?
Hallo, also ich könnte mir gut vorstellen, mir morgens meine Tages- Wochen- oder Monatszeitung als Archiv in den Rechner/Notepad herunterzuladen. Dann entpacke ich meine digitale Zeitung, schliesse eine VR-Brille und nen dataglove an und klicke mich virtuell durch die Seiten ;-))) Ciao Kai
Derzeit wird das Netz (von der Presse auch Trampelpfad genannt) ja nur von 2% der Bundesbürger genutzt. Und wenn davon die Hälfte auf den Online- Dienst der Zeitung zugreifen würden, wären das in diesem Beispiel 800 Leser. Diese Zahl rechnet sich für die Zeitung sicherlich nicht und stellt momentan natürlich auch keinen alternativen Absatzweg dar.
Das Netz der Netze?
Wünsche, Begehren und Befürchtungen
Geschichte und Realität des Internet
Die Alte Geschichte der ,,Neuen Medien``. Geschichte der
Medien- (Technik) sowie der Erwartungen, Befürchtungen und Folgen
bei der Einführung ,,Neuer Medien``
030368 Proseminar (c,d): 2st, Do 14-16, GA 1/153
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The translation was initiated by Bernd Porr on 8/13/1997