Ein analoges Filter kann man auf zwei verschiedene Art und Weise
beschreiben. Dabei betrachtet man den Filter als ,,black-box``.
Das Eingangssignal wird hier immer mit x(t) und das Ausgangssignal
mit y(t) bezeichnet. Die erste Möglichkeit der Beschreibung ist die
Stoßantwort. Das Filter erhält als Eingangssignal einen
Deltapuls, welcher zu einer mehr oder weniger komplexen Antwort am
Ausgang führt. In dieser Antwort stecken alle nötigen
Informationen, um das Filter zu beschreiben1:
Eleganter ist die Beschreibung eines Filters im Frequenzraum. Da
h(t) alle Informationen des Filter beinhaltet, liegt es nahe diese
Stoß-Antwort in den Frequenz-Raum mit Hilfe der Fouriertransformation
zu übersetzen.
 |
(3) |
Der Betrag
der Transformierten ist der Amplituden-Gang
(oder einfach Frequenzgang)
und das Argument
 |
(4) |
ist das Phasenverhalten des Filters, welche
die Verzögerungszeit - bezogen auf eine Frequenz -
liefert. Will man die absolute Zeitverzögerung bestimmen, so muß man
die Phase nach der Frequenz differenzieren.
 |
(5) |
In der Praxis ergibt sich das Problem, daß
das Fourierintegral sehr schlecht konvergiert und daß man zur
Beschreibung des Filters komplexe Größen
erhält, die zwar sehr gut das Frequenzverhalten aber sehr
schlecht einen Schaltungsaufbau oder Algorithmus wiederspiegeln.
Das Fourierintegral läßt sich aber verallgemeinern.
Bis jetzt ist das Argument der Fouriertransformierten rein imaginär
(oder reell, je nach Sichtweise). Es ist nun ein kleiner
Gedankenschritt, das Argument beliebig komplex werden zu lassen.
Die Transformierte sieht dann
zwar fast genauso aus,
 |
(6) |
aber das Argument der Funktion ist nun die komplexe Variable
s2. Diese Transformation nennt sich
Laplacetransformation und
die transformierte Impulsantwort heißt
Übertragungsfunktion. Im Vergleich zu der
Fouriertransformation steht jetzt die ganze komplexe Ebene zur
Beschreibung des Filters zur Verfügung, welche sehr viel redundante
Information beinhaltet. Es stellt sich aber heraus, daß zur
Beschreibung eines Filters nur wenige Positionen in der komplexen
Ebene von Bedeutung sind und zwar reichen die Pol- und die Nullstellen
völlig aus. Der Rest der komplexen Ebene kann beliebig gewählt
werden. Ein weiterer Vorteil ist das Konvergenzverhalten, welches
durch den reellen Anteil von s wesentlich verbessert wird. Der
Nachteil dieser Transformation liegt bei der Rücktransformation,
welche sehr oft Probleme bereitet. Hier sollte man auf jeden Fall auf
Tabellen zurückgreifen.
Bis jetzt wurde nur das Filterverhalten beschrieben. Offen geblieben
ist die Beschreibung der Signale und die Verschaltung von
Filtern. Dies soll hier nachgeholt werden. Wenn zwei Filter parallel
geschaltet werden, dann ist dies im Zeitbereich einfach die Summe der
Filterantworten [MILDENBERGER 1992]. Die Laplacetransformierten
werden auf Grund der Linearität dann auch addiert. Wenn
aber zwei Filter in Reihe geschaltet werden, dann ist dies im
Zeitbereich eine Faltung der Impulsantworten
h1(t)*h2(t), welche
durch die Laplacetransformation zu einer Multiplikation wird:
H1(s)H2(s). Beliebige Verschaltungen von Filtern werden somit
einfach durch Multiplikationen und Additionen der
Übertragungsfunktionen beschrieben.
Wie sieht es nun mit den zu filternden Signalen selbst aus? Hier ist
es ganz ähnlich. Diese werden mit der Impulsantwort des Filters
gefaltet. Es liegt nun auf der Hand, die Laplacetransformation auch
auf die Signale anzuwenden, um auch dort eine einfache Multiplikation
anwenden zu können. Wenn ein Filter das Signal x(t) erhält und
dahinter y(t) gemessen wird, dann ist das Ausgangssignal im
Zeitbereich
und nach der Laplacetransformation eine einfache Multiplikation:
Hier sollte man sich klar machen, was mit periodischen Signalen
bei einer Laplacetransformation passiert. Solch ein
Signal kann man immer mit der (komplexen) Exponentialfunktion beschreiben:
| h(t) |
= |
 |
(9) |
| H(s) |
= |
 |
(10) |
Die Schwingung
taucht auf der rechten Seite von Gleichung
einePolstelle als Polstelle
des Bruches wieder auf. Es genügt demnach, die Polstellen
zu identifizieren und kann dann auf die Frequenzen der Funktion
h(t) zurückschließen.
Wie bereits oben erwähnt, ist die Darstellung der Pol- und Nullstellen
der Übertragungsfunktion H(s) völlig ausreichend, um das Filter
vollständig zu beschreiben [MILDENBERGER 1992]. Es gibt diverse
Tabellenbücher in denen sehr viele Filter bereits als Pol-
Nullstellendiagramme tabelliert sind.
Jede gebrochen rationale Übertragungsfunktion läßt sich in ein
Pol-/Nullstellendiagramm umwandeln. Das ist einfach eine
direkte Konsequenz des Fundamentalsatzes der Algebra, welcher besagt,
daß man jedes komplexe Polynom in Linearfaktoren zerlegen kann.
Zusätzlich gibt es bei der Übertragungsfunktion noch die
Nebenbedingung, daß die Zeitfunktion rein reell sein muß, was dazu
führt, daß die Polstellen immer paarweise komplex konjugiert zueinander
auftreten3.
Dies legt jetzt noch eine weitere Umformung nahe.
Die Rücktransformation ist in der Regel sehr schwer
durchführbar, so daß es sich anbietet, das Produkt von
Linearfaktoren in eine Summe umzuformen. Im Nenner steht
dann jeweils eine Polstelle und im Zähler eine
zugehörige Konstante, die aus den Nullstellen gebildet wird.
 |
(11) |
Dieses Verfahren nennt man Partialbruchzerlegung und wird weiter unten
noch einmal nützlich sein, denn die Impulsantwort jedes dieser
Summanden ist ja bekannt. Die ist nämlich eine gedämpfte
Sinusschwingung bzw. eine komplexe Exponentialfunktion, die man in
einschlägigen Tabellenbüchern nachschlagen kann. Für jeden Summanden von
FormelPartialbruch gibt es also einen bekannten und einfachen
Zusammenhang zwischen Zeitbereich und komplexen Laplaceraum.
Das Pol- und Nullstellendiagramm verrät auch sehr viel über
die Stabilität eines Filters.
Transformiert man die Summe
H_in_Partialbruch
mit Hilfe der Relation
wieder zurück in den Zeitbereich,
so erhält man die besagte Summe von Exponentialfunktionen.
 |
(12) |
Hier sieht man jetzt, daß die Stabilität nur
von der Lage der Polstellen abhängt. Deren Realteile müssen
alle negativ sein, damit die e-Funktionen für
gegen Null streben.
Da die Pole jeweils komplex zueinander konjugiert sind, ist
die Zeitfunktion - wie schon oben erläutert - rein reell:
| |
(a+ib)e(x+iy)t + (a-ib)e(x-iy)t |
|
|
| = |
![$\textstyle e^{xt} \left[ 2a \cos yt - 2b \sin yt \right]$](img16.gif) |
|
(13) |
Der Vorfaktor (a+ib) sorgt für die Phase der Schwingung,
der Exponent mit seinem Imaginärteil für die Frequenz und
der Realteil für die Hüllkurve (Abklingzeit).
Hier sieht man wieder, daß der Realteil negativ sein muß, damit
das System stabil bleibt.
Das digitale Filter
Bis jetzt waren alle Signale kontinuierlich.
Ausgangspunkt ist das analoge Filter, welches das Signal
x(t) erhält und dann y(t) ausgibt. Das Ziel ist ein Filter,
welches ein zeitdiskretes Signal erhält und solch eines
auch wieder am Ausgang liefert [BEST 1987].
Der erste Schritt ist die Digitalisierung des Eingangssignals. Hier
ist nicht entscheidend, daß die Spannung mittels A/D-Wandler
in ihrer Genauigkeit eingeschränke Werte umgesetzt wird, sondern
daß das Signal nur zu genau definierten Zeitpunkten, welche den
Abstand T besitzen, gültig ist. Das Signal wird somit
zeitdiskret. Vor das eigentliche Filter wird nun ein
sogenannter Abtaster4
geschaltet. Dies ist einfach ein Schalter, der für eine
infinitesimale Zeit eingeschaltet wird und zwar immer in gleichen
Zeitabständen. Mathematisch wird dieser durch eine Deltafunktion
beschrieben, multipliziert mit einem konstanten Faktor, welcher die
Fläche der Eingangsfunktion zwischen dem letzten und dem aktuellen
Schaltzeitpunkt enthält. Will man das Originalsignal
zurückgewinnen, dann muß man nur über jeweils einen Zeitschritt
integrieren und erhält das Originalsignal zurück. Denn die
Integration eines Deltapulses ergibt genau 1. Am Ausgang benötigt
man also einen Integrator, der genau jeweils einen Deltapuls
integriert. Das kann aber mit einem Tiefpaß realisiert werden, der
gerade die Abtastfrequenz nicht mehr hindurchläßt. Dieser wirkt dann
als Integrator, so daß sich an dessen Ausgang das ursprüngliche
analoge Signale wieder herstellt. Dieses Ausgangssignal unterschiedet
sich also nicht vom Eingangssignal.
Mathematisch sieht das dann so aus: Das analoge Eingangssignal h(t)ist hier der Einfachheit halber eine reine Sinusschwingung,
 |
(14) |
welche mit der
Deltafunktion multipliziert wird.
 |
(15) |
Dies ist das Eingangssignal des Filters.
Diese Funktion wird nun Laplacetransformiert und dann geschickt
umgeformt:
 |
= |
 |
(16) |
| |
= |
 |
(17) |
| |
= |
 |
(18) |
| |
= |
 |
(19) |
Der Trick mit der geometrischen Reihe ist der Trick der
digitalen Signalverarbeitung schlechthin.
Abbildung:
Demonstration der zeitdiskreten Abtastung.
 |
Man sieht hier jetzt folgenden Effekt (siehe
Abbildung 1). Das Sinussignal liegt (in diesem Beispiel
mit der Frequenz von f=0.08 und T=1)5 immer noch
an. Zusätzlich existieren durch die Abtastung noch weitere
Frequenzen, die nicht gewünscht sind. Aus diesem Grunde werden sie
,,alias``-Frequenzen genannt. Das ist aber gar nicht unbedingt ein
Problem, daß diese existieren, da sie - zumindest in diesem Beispiel
- vom Nutzsignal trennbar sind. Dies ist natürlich nur möglich,
wenn die Aliasfrequenzen möglichst hoch im Vergleich zum Nutzsignal
sind und das Nutzsignal in tieferen Frequenzbereichen liegt. Wenn aber
die Frequenz der Sinusschwingung
SinusSampler erhöht wird, dann
verschiebt sich die erste Aliasfrequenz zu tieferen Werten hin, so
daß sich diese bei einer Frequenz von f=0.5 mit dem Originalsignal
zusammenfällt. Erhöht man die Frequenz des Originalsignals weiter,
dann gibt es eine Frequenz, an der der Sampler an seinem Ausgang nur
noch Gleichspannung liefert, obwohl am Eingang eine zeitabhängige
Schwingung anliegt. Das ist der Fall, wenn die Abtastfrequenz des
Samplers identisch mit der Frequenz des Eingangssignals ist. Es
existiert also eine Grenzfrequenz des Eingangssignals. Wird diese
Grenze nicht überschritten, dann kann das ursprüngliche Signal
wieder rekonstruiert werden. Darüber nicht mehr. Bei der halben
Abtastfrequenz treffen sich gerade Alias- und Nutzfrequenz. Das ist
die Frequenzgrenze, also die maximale Nutzfrequenz, sie wird
Nyquistfrequenz genannt. Anschaulich gesehen tastet hier der
Sampler immer gerade ein Maximum und ein Minimum der Sinusfunktion ab
[JUNGE 1978].
Anders formuliert könnte man sagen, daß die Eingangsfrequenzen
nicht mehr eindeutig sind. Nach dem Schalter kann man nicht
mehr entscheiden, ob es sich zum Beispiel um ein Gleichspannungssignal oder
um ein Signal mit exakt der Abtastfrequenz handelt. Deshalb
führt man eine neue Frequenzvariable ein, die dies berücksichtigt.
Ein gesampeltes Signal
 |
(20) |
wird mit Hilfe der Laplacetransformation in die s-Ebene
transformiert:
 |
(21) |
Dies ist nun der Moment, an dem eine neue Variable eingeführt werden
sollte, die z-Variable. Das ist einfach eine Abkürzung für den
Ausdruck
,
welcher durch seine Periodizität auf der
komplexen Achse genau die oben geschilderte Vieldeutigkeit
repräsentiert. die komplexe Variable s wird also im Ausdruck
vollständig absorbiert, so daß z zu der neuen
unabhängigen Variable wird:
 |
(22) |
Diese Gleichung nennt man auch die z-Transformation. Sie
ist die Laplacetransformation für den zeitdiskreten
Raum6.
Der Faktor z-1 kann aber auch anders interpretiert werden.
Wenn man sich
den Schritt von Zeitfunktion zu sFunktion
noch einmal ansieht, dann entspricht der Faktor z-1einer Zeitverschiebung von einem Takt im Zeitbereich -- oder
von mehreren Takten, wenn man höhere Potenzen von z-1hinzunimmt.
 |
(23) |
Hier ergibt sich ein erster Ansatz für eine Realisierung eines
Digitalfilters. Auf Grund der Zeitdiskretheit ist die
Übertragungsfunktion nur zu den Zeitpunkten nT gültig, so
daß sie äquivalent zu der Eingangsfunktion in der komplexen Ebene so
aussieht:
 |
(24) |
Die Übertragungsfunktion wirkt auf die Eingangsfunktion
X(z).
 |
(25) |
Diese Summe ist eine direkte Anweisung, wie man ein
Digitalfilter aufbauen muß. Das Eingangssignal x(t) muß
durch eine Verzögerungskette geschickt werden und dann
gewichtet aufsummiert werden. Die Koeffizienten
des Filters sind die Werte der Impulsantwort des analogen
Filters zu den Zeitpunkten nT. Da man in der Praxis
die Summe abbrechen lassen muß, hat dieses Filter eine
endliche Impulsantwort und wird deshalb ,,finite impulse
response`` (FIR)-Filter genannt.
Abbildung:
FIR-Filter
 |
Von größtem Interesse ist ein Spezialfall: die Laplacetransformation
der Exponentialfunktion, da diese in der s-Ebene sehr einfach
beschrieben werden kann. Außerdem läßt sich jede
Übertragungsfunktion als Partialbruchzerlegung schreiben, was bereits
unter
Partialbruchzerlegung
erwähnt wurde. Jeder dieser Summanden ist ein Bruch, welcher
im Zeitbereich eine Exponentialfunktion repräsentiert.
Auf Grund der Linearität ist es ausreichend, einen Bruch
beziehungsweise eine Exponentialfunktion zu besprechen.
Diese definieren wir im Zeitbereich mit der komplexen Konstante b.
 |
(26) |
Die Laplacetransformierte von ExpoFunktion ist ein einfacher Bruch.
 |
(27) |
Ein Pol in der s-Ebene bei der Koordinate -b erzeugt also im
Zeitbereich eine Exponentialfunktion mit der komplexen Frequenz
-b. Nun wird diese Funktion im Zeitbereich abgetastet und damit
digitalisiert.
 |
(28) |
Die Laplacetransformation läßt nun wieder den Faktor
erscheinen, so daß die Transformierte
- dank der Exponentialfunktion - sehr übersichtlich wird.
 |
= |
 |
(29) |
| H(z) |
= |
 |
(30) |
| |
= |
 |
(31) |
| |
= |
 |
(32) |
Der Pol von der s-Ebene bei -b ist nun zu einem Pol in der
z-Ebene bei exp(-bT) geworden. Allgemein kann man daraus
eine Übersetzungsregel ableiten.
 |
(33) |
Wenn die Partialbruchzerlegung der analogen Übertragungsfunktion
vorliegt, dann muß man einfach nur die Polstellen
nach
Uebersetzung_Polstellen
übersetzen und erhält sofort die digitale Übertragungsfunktion.
Wie erhält man aber jetzt aus dieser Entwicklung eine Schaltung
oder ein Computerprogramm?
Dazu betrachtet man den ganzen Signalfluß: Signal -
Filter - Signal. Das
Eingangssignal und das Ausgangssignal werden nun auch mit
Hilfe des Verfahrens bei Zeitfunktion und sFunktion
in die z-Ebene transformiert, so daß die Filterung als Produkt
geschrieben werden kann.
| Y(z) |
= |
X(z)H(z) |
(34) |
| |
= |
 |
(35) |
| |
= |
 |
(36) |
Man beachte nun Gleichung Verg.
Das z-1 wirkt als Operator, der im Zeitbereich den Wert
aus dem vorhergehenden Zeitschritt ,,hervorholt``.
![\begin{displaymath}{\widehat{y}}(nT)={\widehat{y}}([n-1]T) \exp(-bT) + {\widehat{x}}(nT)aT
\end{displaymath}](img45.gif) |
(37) |
Hier steht jetzt eine ganz einfache Schaltungsanweisung.
Der Ausgang des Filters wird durch den Eingang und den
um einen Zeitschritt verzögerten Ausgang gebildet. Diese
Filter werden auf Grund der unendlich langen Impulsantwort
,,infinite impulse response`` (IIR)-Filter genannt.
Abbildung:
IIR-Filter
 |
Nun verallgemeinern wir das oben beschriebene auf beliebige
Übertragungsfunktionen. Dazu benötigen wir den
Verschiebungssatz der
z-Transformation, der sich direkt
aus der Laplactransformation ableiten läßt.
 |
(38) |
Wie gesagt:
Wenn man einen Wert k Taktzyklen aus der Vergangenheit holt,
so bedeutet das im komplexen z-Raum eine Multiplikation
mit z-k und umgekehrt. Wenn man die
Übertragungsfunktion so umformt, daß sie nur noch aus Potenzen
mit negativen Exponenten besteht, so repräsentieren diese
direkt Verzögerungsketten.
Ausgangspunkt der allgemeinen Beschreibung digitaler Filter ist eine
Differenzengleichung der Form,
 |
(39) |
welche ganz allgemein verzögerte Ausgangssignale und
Eingangssignale miteinander verknüpft. Definieren wir
einfach, die zeitdiskrete Variable xj die die Eingangsdaten
enthält und zwar xn den aktuellen Wert, xn-1 den Wert, der
vor einem Taktzyklus angelegen hat, xn-2 den vor zwei Zyklen und
so weiter7. Die yj, die Werte aus
der Vergangenheit darstellen, kann man mit Hilfe des obigen
Verschiebungssatzes sehr elegant vereinfachen, wenn man darauf die
z-Transformation anwendet. Das ergibt dann nämlich:
| Y(z) |
= |
 |
(40) |
| |
= |
X(z)H(z) |
(41) |
Die Vorgehensweise ist demnach sehr einfach:
Die Übertragungsfunktion muß nur auf eine Form mit negativen
Exponenten gebracht werden und schon hat man das Filter
realisiert.
Oben wurde bereits erwähnt, daß es in der Praxis am besten ist, wenn
man das Filter in ,,Elementarfilter`` aufspaltet.
Ein solches Filter beherbergt jeweils nur ein Polstellen-
und ein Nullstellenpärchen. Solch ein Elementarfilter kann
man mit zwei Verzögerungsgliedern aufbauen.
Die Übertragungsfunktion kann dann mit diesen
Pärchen entwickelt werden, hier der Übersichtlichkeit wegen
in der s-Ebene:
| H(s) |
= |
 |
(42) |
| |
= |
 |
(43) |
| |
= |
 |
(44) |
Diese Elementarfilter müssen jetzt noch auf die richtige Form
gebracht werden. Das heißt in diesem Falle, daß alle Potenzen
negativ werden müssen. Dabei kann man zwei Strategien verfolgen:
entweder man formt den ganzen Term in negative Potenzen von s (oder
z) um oder man macht das nur für die Pärchen (
). Der Vorteil der zweiten Methode ist, daß man nur einmal
umformen muß und dann immer die gleiche Hardware verwenden kann
(mehrfaches Filtern mit den ,,Elementarfiltern``). Die erste Methode
hat den Vorteil, daß das Ergebnis auf jeden Fall in ,,Echtzeit``
berechnet wird. Dafür ist die ,,Schaltung`` dann für jeden Filter
eine andere.
Dieses Pol- und Nullstellenpärchen der s-Ebene muß
nun in die z-Ebene transformiert werden. Das sieht dann
bei solch einem Pärchen so aus:
 |
(45) |
Um nun daraus eine Schaltung oder ein Programm entwickeln
zu können, müssen durch geschickte Klammerungstechnik
alle Potenzen von z negativ werden.
| H(z) |
= |
 |
(46) |
| |
= |
 |
(47) |
| |
= |
 |
(48) |
Nun stellt sich noch die Frage, wie man die Konstante Kwählen muß. Bei den Digitalfiltern ist die Antwort einfach:
Sie ist durch den Ansatz schon festgelegt, da bei der
Differenzengleichung yn den Vorfaktor 1 erhält.
Zusammenfassend kann man sagen, daß sich der Entwickler
für eine der zwei möglichen Filterkonzepte entscheiden
muß. Wählt er IIR-Filter, so ist der Rechen- oder
Schaltungsaufwand gering aber er handelt sich eventuell
Stabilitätsprobleme ein. Entscheidet er sich für FIR-Filter,
so sind diese immer stabil und lassen sich auch immer mit
konstanter Verzögerungszeit realisieren (näheres im
nächsten Kapitel). Der Aufwand ist
aber gerade in einem Computerprogramm sehr groß.
Trotz der markanten Vorteile rekursiver Filter [IIR] dominieren in der
digitalen Bildverarbeitung wegen der geschilderten Schwierigkeiten
noch die nichtrekursiven [JÄHNE 1993, S.122] [FIR].
- BEST 1987
-
BEST, ROLAND (1987).
Handbuch der analogen und digitalen Filtertechnik.
AT-Verlag, Stuttgart.
Sehr gut verständliche Einführung.
- JÄHNE 1993
-
JÄHNE, BERND (1993).
Digitale Bildverarbeitung.
Springer, Berlin.
Das Buch der digitalen Filterung, Bildverarbeitung.
- JUNGE 1978
-
JUNGE, HANS DIETER, . (1978).
Lexikon der Elektronik.
Physik Verlag, Weinheim.
- MILDENBERGER 1992
-
MILDENBERGER, OTTO (1992).
Entwurf analoger und digitaler Filter.
Braunschweig, Wiesbaden.
Anwendung findet diese Theorie bei der Rekonstruktion von 3D-Informationen,
was man hier nachlesen
kann.
Über dieses Dokument ...
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Computer Based Learning Unit, University of Leeds.
The command line arguments were:
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The translation was initiated by Bernd Porr on 1999-05-25
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