Once upon a time -- Zur Fachgeschichte der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
2st, Di 12-14, GA 03/42, Hauptseminar
Seminarleiterin: Gudrun Schäfer
Referenten: Bernd Porr & Olaf Haarkamp

Thema: Systemtheorie und Konstruktivismus

Operation / Beobachtung
Der Begriff der Operation beschreibt die Re-produktion ereignishafter Elemente innerhalb eines Systems. Operationen sind zeitpunktmarkierte Ereignisse, denen nur andere Ereignisse folgen können. D.h., daß Ereignisse nur als Differenz beobachtet werden können [LUHMANN 1992, S.37]. Beobachtung definiert sich als Operation des Unterscheidens und Bezeichnens [LUHMANN 1992, S.73].
Komplexität
Die Einheit der Komplexität, die ihrerseits verschiedene Einheiten (Elemente) umfaßt, bezeichnet die Unterscheidung von Element und Relation. Von ,,größerer Komplexität`` kann man sprechen, wenn die Zahl und/oder die Verschiedenartigkeit der Elemente zunimmt, die der umfassenden Einheit zugeordnet werden [LUHMANN 1992, S.366].
Selbstreferenz
Der Begriff Selbstreferenz bezeichnet die Einheit, die ein Element, ein Prozeß, ein System für sich selbst ist [LUHMANN 1994, S.58].
Kommunikation
Ausgangspunkt sind lebende, psychische Systeme, die keinen kognitiven Zugang zu ihrer Umwelt haben. Informationsverarbeitung findet nur im System statt. Umwelt in Form von Mitteilungen muß als systemeigene Information geschaffen werden. Kommunikation wird also zum wechselseitigen Prozessieren der Differenz von Mitteilung und Information.
System / Umwelt
Wenn Operationen (hier: Kommunikationen) aneinander anschließen, entsteht ein System. Dieser Anschluß kann nur selektiv und rekursiv erfolgen, so daß die Anschlußfähigkeit erhalten bleibt. Umwelt ist aus der Sicht des Systems derjenige Bereich des Kommunikationssystems Gesellschaft, in dem Anschlußfähigkeit nicht gewährleistet werden kann (die Umwelt ist somit immer komplexer als das System).

Medium
Kommunikation erzeugt Form in einem Medium, zunächst im Medium der Sprache. Daher sind Medien auch nicht besondere Dinge, sie also nicht beobachtbar, sondern lassen sich nur durch die Beobachtung von Formen erschließen [LUHMANN 1992, S.181]. Kommunikationsmedien erhöhen die Wahrscheinlichkeit der Aufnahme eines Themas in ein Kommunikationssystem. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien sind spezielle Elemente des Kommunikationssystems auf einem hohen Abstraktionsniveau (Wahrheit, Liebe, Macht, Geld, ...).

Textausschnitte:

Literatur

FUCHS 1992
FUCHS, PETER (1992).
Niklas Luhmann - beobachtet: eine Einführung in die Systemtheorie.
Westdeutscher Verlag.

LUHMANN 1992
LUHMANN, NIKLAS (1992).
Die Wissenschaft der Gesellschaft.
Suhrkamp.

LUHMANN 1994
LUHMANN, NIKLAS (1994).
Soziale Systeme.
Suhrkamp.

LUHMANN 1996
LUHMANN, NIKLAS (1996).
Die Realität der Massenmedien.
Westdeutscher Verlag, Opladen.

MERTEN 1994
MERTEN, K (1994).
Die Wirklichkeit der Medien.
Westdeutscher Verlag, Opladen.

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The translation was initiated by Bernd Porr on 11/12/1997


Bernd Porr
11/12/1997