Neben dem SFB bieten vor allem auch die International Graduate School for Neuroscience IGSN (Sprecher Prof. K.-P. Hoffmann) und das Graduiertenkolleg "Entwicklung und Plastizität des Nervensystems: Molekulare, synaptische und zelluläre Mechanismen" (Sprecherin Prof. Dr. Petra Wahle) Ausbildungsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Neurowissenschaften in erheblichem Umfang. Ein sehr breites Lehrangebot und weitgespannte Möglichkeiten für neurowissenschaftliche Diplomarbeiten, Dissertationen und postdoktorale Ausbildungen in vielfältigen Arbeitsrichtungen bestehen in verschiedensten Gruppen und mit verschiedenen Förderungsmöglichkeiten die bereits vielfältig national und international angenommen werden.
Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erfolgt einerseits auf einer sehr breiten Basis (Hauptvorlesungen aller beteiligten Lehrstühle und habilitierten Mitarbeiter im Rahmen ihrer Fachdisziplinen zu Themen der Neurowissernschaften, Ringvorlesung zur Neurowissenschaft in der IGSN, Spezialseminare für Studenten, Doktoranden und Postdoktoranden an allen Lehrstühlen, Spezialvorlesungen zu ausgewählten Themen der Neurowissenschaften), andererseits auch mit erheblicher Tiefe in international besetzten Veranstaltungen wie dem regelmäßigen Neurowissenschaftlichen Kolloquium des SFB, dem Kolloquium der IGSN, jährlichen Schools des Graduiertenkollegs und regelmäßigen, internationalen Symposien der Neurowissenschaften in Bochum. Alle Veranstaltungen werden allen Mitarbeitern und Doktoranden der beteiligten Lehrstühle, der IGSN und des Graduiertenkollegs in vollem Umfang regelmäßig bekanntgemacht und für alle offen zur Verfügung gestellt. Über das interne Angebot hinaus laden wir Grundlagenwissenschaftler und Kliniker aus dem gesamten Ruhrgebiet und aus den benachbarten Universitäten Dortmund, Essen, Münster, Düsseldorf, Köln und Aachen regelmäßig ein und finden weitreichende Resonanz.
Das gerade ausgelaufene Graduiertenkolleg Kognition, Gehirn und neuronale Netze - KOGNET (Sprecher Prof. K.-P. Hoffmann) unterhielt mit dem der SFB über die gesamte bisherige Laufzeit im Bereich der Nachwuchsförderung eine enge Zusammenarbeit. Die Erfolgsbilanz dieses Kollegs beweist seinen prägenden Einfluß:
In 9 Jahren sind insgesamt 59 Doktoranden und 10 Postdoktoranden in diesem Graduiertenkolleg ausgebildet worden. 97% der Doktoranden haben ihre Promotion abgeschlossen, bzw. stehen kurz vor dem Abschluss. Die bislang erfolgreichen Promotionen wurden in durchschnittlich 3,8 Jahren abgeschlossen. Die Ergebnisse der Forschung im Kolleg sind von den Kollegiaten in über 400 Artikeln und Abstracts in Fachzeitschriften und Sammlungen, sowie ca. 10 Büchern veröf-fentlicht worden. Die Kollegiaten haben ihre Projekte in ca. 150 Vorträgen auf Fachtagungen und in besuchten Instituten dargestellt. Die Kollegiaten berichten durchweg positiv von ihren Erfah-rungen im und mit dem Kolleg. Von allen 70 KOGNET-Kollegiaten sind rund 70% in der uni-versitären Forschung verblieben und fünf sind bis jetzt auf Professorenstellen im In- und Ausland berufen. Hier wird deutlich, daß Graduierten-Programme wie das KOGNET die Wissenschaftler und Hochschullehrer der nächsten Generation ausbilden.
Zum 1.10.2001 hat die DFG ein neues Graduierten-Kolleg an der Ruhr-Universität eingerichtet: "Entwicklung und Plastizität des Nervensystems: Molekulare, synapti-sche und zelluläre Mechanismen". Die Sprecherin ist Frau Prof. Dr. Petra Wahle. Inhaltlich steht das GK in Beziehung zum SFB 509, insbesondere zum Teilprojektbereich 'Entwicklung und Reorganisation des Sehsystems'. Einige Hochschullehrer des GK sind Mitglieder im SFB (Wahle, Gottmann, Leßmann, Heumann, Dermietzel, Güntürkün, Eysel, Faissner). Die geplanten Projekte im GK repräsentieren eigenständige, in sich geschlossene Vorhaben, die geeignete Promotionsprojekte sind und die thematisch über die spezifisch visuellen Projekte des SFB hinausgehen. Neben den spezifischen Promotionsprojekten der Stipendiaten sind besondere Maßnahmen der Nachwuchsförderung in den Ringvorlesungen auswärtiger Forscher und der beteiligten Hochschullehrer zur eigenen Forschungsthematik mit Themen der Entwicklungsneurobiologie und Themen von allgemeinem Interesse, die internen GK Kolloquien (Doktorandenseminar) und Jahresarbeitstreffen (Berichte über den Fortschritt der Projekte) sowie die schon in KOGNET sehr erfolgreichen Jahrestagungen und Workshops zu sehen.
Die International Graduate School for Neuroscience "Neuroscience from Molecule to Cognition" (Sprecher Prof. Dr. Klaus-Peter Hoffmann) wurde ebenfalls zum Wintersemester 2001/2002 eingerichtet. Die School bietet ein internationales (englischsprachiges) Doktorandenprogramm für ausgezeichnete Stipendiaten aus dem In- und Ausland mit dem Ziel einer Promotion zum Ph.D. in Neuroscience, einem Doktorgrad der von der School auf der Basis einer eigenen Studien-, Prüfungs- und Promotionsordnung verliehen wird. Besondere Fördermaßnahmen in dieser School sind eine 120 stündige, tägliche Vorlesung "Neuroscience from Molecule to Cognition", vielfältige Spezialkurse und Seminare, ein Journalclub für Dozenten und Nachwuchswissenschaftler, Laborrotationsprogramme, neurowissenschaftliche Symposien.
Alle diese Fördermaßnahmen erfolgen unter enger Abstimmung zwischen SFB, Graduiertenkolleg und International Graduate School unter Beteiligung von Mitgliedern des SFB.
Doktoranden und Postdoktoranden erhalten finanzielle Unterstützung aus dem SFB, der IGSN und dem Graduiertenkolleg, um mit Postern und Vorträgen an nationalen und internationalen Kongressen teilnehmen zu können. Diese Förderung ist sehr stimulierend und wertvoll. In der letzten Antragsperiode konnten über 100 wissenschftliche Reisen und aktive Kongressteilnahmen für Doktoranden und Postdocs alleine mit Mitteln des SFB gefördert werden.
Während der letzten Förderperiode des SFB 509 wurden 8 Habilitationen und 26 Dissertationen abgeschlossen. 16 Doktorandenstellen werden in der laufenden Förderungsperiode im SFB finanziert. Über Dissertationsprojekte hinaus hat der SFB das Ziel, dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine Möglichkeit zur qualifizierenden Fortsetzung seiner Arbeit zu bieten; das drückt sich in den10 Postdoktorandenstellen des SFB aus. Der SFB ist auch bemüht, den sehr gut ausgebildeten Nachwuchs nach einer Postdoktorandenzeit im Ausland zurück zu gewinnen.